Hannover-96-Präsident Kind
„1860 München fehlen bayerische Unternehmer“

Der Präsident von Hannover 96, Martin Kind, über Regeln für Geldgeber im Fußball, seinen umstrittenen nächsten Gegner aus München und wie viel Verlust er in den zweiten Bundesliga in Kauf nimmt.
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HannoverDer Präsident von Hannover 96, Martin Kind, ist der prominenteste Gegner der Investorenregelung 50+1 im deutschen Fußball. Die Schranke, die eine vollständige Übernahme durch einen einzelnen Geldgeber verhindert, ist allerdings für Kind bald kein Problem mehr. Er darf eine Ausnahmeregelung in Anspruch nehmen - und ist gerade dabei, diese zu beantragen. Handelsblatt-Redakteurin Diana Fröhlich sprach mit Kind im Vorfeld des brisanten Spiels gegen 1860 München.

Herr Kind, am Samstag spielt ihr Verein Hannover 96 gegen 1860 München. Deren Alleinherrscher Hasan Ismaik macht seit längerem mit zweifelhaften Methoden auf sich aufmerksam. Wie verfolgen Sie das Geschehen in der bayerischen Hauptstadt?
Martin Kind: Wenn ein Verein Anteile verkauft, sollte er sich immer im Klaren darüber sein, an wen. Eine solche Transaktion bringt eine große Verantwortung mit sich. 1860 München ist es im Jahr 2011, als Ismaik eingestiegen ist, wohl nicht gelungen, bayerische Unternehmer zu engagieren und vom Klub zu überzeugen.

Hannover 96 geht da strategisch anders vor. Im Verein sind nur Unternehmer aus der Region investiert…
Ja, wir sind doch ein gutes Beispiel, oder? Aber auch Dietmar Hopp in Hoffenheim ist für mich ein Vorbild. Obwohl er schon einen Schritt weiter ist.

Für ihn wurde bereits die 50+1-Regel der DFL gekippt, die den Einfluss von Geldgebern bei deutschen Profivereinen begrenzen soll, weil er sich seit mehr als 20 Jahren finanziell im Verein engagiert. Sie sind dieses Jahr dran, richtig?
Ich bin gerade dabei, die Ausnahmeregelung zu beantragen. Ende 2017 bin ich 20 Jahre lang bei Hannover 96 investiert.

Aber zurück zu Isamik und 1860 München. Wundert es Sie eigentlich, wie der Mann in dem Klub regiert?
Er sollte sich meiner Meinung nach an Berater halten, die das deutsche Verbands- und Unternehmensrecht kennen. Die qualifiziert sind und ihn wirklich unterstützen. Damit wäre er besser bedient. Ich persönlich weiß seit vielen Jahren, dass Fußball in Deutschland längst ein öffentliches Gut ist, dass die Öffentlichkeit einen Anspruch auf Information hat. Und das ist auch gut so.

Hannover 96 will wieder in die erste Liga aufsteigen, 1860 nicht absteigen. Was erwarten Sie am Samstag?
Ein spannendes Spiel, von dem für uns viel abhängt. Wenn Hannover nicht den direkten Wiederaufstieg schafft, hat das finanzielle Auswirkungen. Wir rechnen mit einem Verlust von rund zehn Millionen Euro in dieser Saison.

Herr Kind, vielen Dank für das Interview.

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