Fußball
Hansa feuert Coach Berger nach nur zwei Spielen

Jörg Berger ist nicht mehr Trainer von Zweitligist Hansa Rostock. Der Erstliga-Absteiger löste das Arbeitsverhältnis mit dem Coach und reagierte damit nach gerade einmal zwei Spieltagen auf die Negativserie.

Erste Trainerentlassung der Saison 2005/06: Zweitligist Hansa Rostock trennte sich am Sonntagnachmittag mit sofortiger Wirkung von Jörg Berger und reagierte damit auf den verkorksten Saisonstart der Nordlichter. Nachdem Hansa die ersten beiden Punktspiele verloren hatte, verstärkte sich auch die mannschaftsinterne Kritik an der Arbeit des erfahrenen Coaches.

. "Die Zusammenarbeit mit Jörg Berger wird nicht fortgesetzt. Wir haben uns von unserer Zielstellung zu weit entfernt", sagte Vorstandsvorsitzender Manfred Wimmer, der den direkten Wiederaufstieg zum Saisonziel erklärt hat. Als heißester Kandidat für die Berger-Nachfolge wird Frank Pagelsdorf gehandelt. Der 47-Jährige trainierte die Hanseaten bereits von 1994 bis 1997 und stieg mit dem Klub 1995 in die Bundesliga auf.

Vorerst wird Ex-Keeper und Torwarttrainer Perry Bräutigam als Interimscoach die Mannschaft betreuen. "Wir werden uns bei der Suche nach einem Nachfolger nicht unter Druck setzen lassen", sagte Wimmer.

Schon nach dem 1:2 beim missglückten Heimdebüt gegen Aufsteiger Kickers Offenbach waren Stimmen laut geworden, dass es zwischen Berger und der Mannschaft atmosphärische Störungen gäbe. Der peinliche Auftritt der Norddeutschen bei den Münchner "Löwen" am vergangenen Freitag verstärkte den Eindruck, die Mannschaft spiele gegen den Trainer. Zumal Abwehrspieler Denis Lapaczinski unverblümt behauptet hatte, der Saisonstart sei das Ergebnis der Vorbereitung, die Mannschaft sei nicht fit.

Position war bereits deutlich geschwächt

Dass Bergers Position innerhalb des Klubs deutlich geschwächt war, machte die Stellungnahme des kommissarischen Aufsichtsratschefs Wolfgang Holz deutlich. "Natürlich ist Lapaczinskis Aussage heftig. Aber wir leben immer noch in einem Land der freien Meinungsäußerung", hatte Holz den Affront des Abwehrspielers gegen den Trainer kommentiert und keineswegs verurteilt.

Es scheint kein Zufall, dass derartige Vorwürfe ausgerechnet Berger treffen. Im Jahr 1996 hatten die Spieler von Schalke 04 wegen ähnlicher Ansichten über ihren körperlichen Zustand gegen Berger revoltiert und dessen Rauswurf erfolgreich provoziert. Bereits in der vergangenen Saison drangen Beschwerden der Profis über die Einstellung ihres Übungsleiters an die Öffentlichkeit. In der Vorbereitung zur laufenden Saison gönnte sich Berger beispielsweise ein Konzert der Rockband "U2" in Berlin, während seine Spieler auf dem Trainingsplatz standen.

Berger hatte den Klub in der Winterpause als abgeschlagenen Tabellenletzten der Bundesliga übernommen. Zwar spielte die Mannschaft eine respektable Rückrunde, konnte den Abstieg aber nicht mehr verhindern. Wochenlang war unklar, ob Berger seinen Vertrag, der noch bis 2006 datiert war, auch in der zweiten Liga erfüllen würde.

© SID

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