Harte Kritik an seiner Person
Polens Fans kennen keine Gnade mit Janas

Trotz des abschließenden 2:1-Sieges über Costa Rica gab es für Polens Coach Pawel Janas Pfiffe von den eigenen Fans. Auch "Tico"-Trainer Alexandre Guimaraes erwartet in Costa Rica keinen herzlichen Empfang.

Nach dem vorzeitigen WM-Aus haben die polnischen Fans schnell einen Schuldigen ausgemacht. Während das Team und allen voran der Doppeltorschütze Bartosz Bosacki mit Sprechchören gefeiert wurde, gab es Pfiffe gegen Nationaltrainer Pawel Janas. Zwei Tore des früheren Nürnberger Bundesligaprofis Bosacki hatten den bereits gescheiterten Polen beim 2:1 (1:1) gegen die ebenfalls vorzeitig ausgeschiedene Nationalmannschaft Costa Ricas zumindest einen WM-Sieg beschert.

Ob das genügt, um Janas den Job zu retten, ist jedoch fraglich. "Ich kann derzeit nicht sagen, wie es weitergeht. Andererseits werde ich sicher nicht unmittelbar nach diesem Spiel von meinem Traineramt zurücktreten", erklärte der 53-Jährige, der nach den Niederlagen gegen Ecuador (0:2) und Deutschland (0:1) heftig in die Kritik geraten war.

Entscheidung über Janas fällt erst in zwei Wochen

Eine endgültige Entscheidung über seine Zukunft soll erst Mitte Juli fallen. "Es ist eine schwierige Frage, ob er bleiben soll oder nicht. Wir haben bis zum Beginn der EM-Qualifikation nur noch wenig Zeit und werden uns nach einer Analyse unseres WM-Auftritts in den nächsten zwei, drei Wochen festlegen", erklärte der polnische Verbandspräsident Michal Listkiewicz.

Auch gegen den Außenseiter aus Costa Rica hatte der zweimalige WM-Dritte einen schlechten Start erwischt. Stürmer Ronald Gomez hatte den Außenseiter mit einem direkt verwandelten Freistoß (24. Minute) zunächst in Führung gebracht und Polens Torhüter Artur Boruc dabei schlecht aussehen lassen. Doch auch Jose Porras im Tor der Costa Ricaner machte eine unglückliche Figur, als er einen Eckball unterlief und so das Ausgleichstor durch Bosacki (33.) begünstigte. Mitte der zweiten Halbzeit gelang dem Abwehrspieler von Lech Posen auch noch das 2:1 (66.).

Smolarek zieht enttäuschtes Fazit

Janas hatte den ersten Turniertreffer seines Teams ungewohnt emotional bejubelt und war auch beim zweiten Tor begeistert von seinem Sitz aufgesprungen. "Ich freue mich sehr, dass er uns diese Tore beschert hat, denn es ist schon überraschend, dass ein Abwehrspieler die Treffer macht. Ich hätte das eher von unseren Stürmern oder Mittelfeldspielern erwartet", sagte Janas.

Nichts beschönigen wollte Borussia Dortmunds Mittelfeldspieler Ebi Smolarek: "Ich bin persönlich sehr enttäuscht, auch wenn es für uns und unsere Fans ein schöner und stimmungsvoller Abschied war. Leider war unser Problem, dass wir erst dann gut gespielt haben, als es um nichts mehr ging. Vor allem im ersten Spiel gegen Ecuador hätte ich von uns mehr erwartet."

Guimaraes erwartet keinen herzlichen Empfang

Die rund 25 000 polnischen Fans im Stadion hatten bereits vor der Begegnung ihre Sympathien eindeutig bekundet. Während sie beim Verlesen der Mannschaftsaufstellung jeden Spielernamen lautstark bejubelten, gab es für Trainer Janas ein gellendes Pfeifkonzert. Derweil machten sich die deutschen Fans unter den 43 000 Zuschauern erstmals Ende der ersten Halbzeit mit Sprechchören bemerkbar, nachdem aus Berlin die Kunde von der 2:0-Pausenführung der DFB-Elf gegen Ecuador durchgedrungen war.

Als Tabellenletzter der Gruppe A verabschiedeten sich die "Ticos", die nach der dritten Niederlage im dritten Spiel die Köpfe hängen ließen. Trainer Alexandre Guimaraes, der wie Janas um seinen Job bangen muss, ließ die Frage nach seiner Zukunft ebenfalls offen: "Ich werde einige Tage die Situation analysieren und Ende des Monats mit dem Verband alle Möglichkeiten für die Zukunft des Fußballs in Costa Rica besprechen. Ich bin mir aber bewusst, dass es zu Hause sicher keinen herzlichen Empfang geben wird."

© SID

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