Hartes Training
Löw: "Haben keine Zeit zu verlieren"

Joachim Löw hat seinen Schützlingen für das Trainingslager auf Mallorca viel Arbeit angekündigt: "Es werden harte Tage. Wir haben keine Zeit zu verlieren", sagte der Bundestrainer.

Am Ballermann ist Schluss mit lustig: Wenn die deutsche Nationalmannschaft am Montagmittag (14.45 Uhr) von Frankfurt/Main in ihr zwölftägiges EM-Trainingslager Richtung Mallorca aufbricht, beginnt für die Protagonisten eine schweißtreibende Zeit. "Wir werden jeden Tag zweimal trainieren, morgens und abends. Das werden harte Tage. Wir haben keine Zeit zu verlieren", kündigte Bundestrainer Joachim Löw am Sonntag im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) eine knallharte Vorbereitung an.

Zwar werde man das Programm in den ersten drei Tagen individuell den Bedürfnissen der Spieler anpassen, meinte der 48-Jährige, "aber an der Fitness werden wir täglich arbeiten. Wir müssen körperlich in eine Topverfassung kommem". Die Regeneration soll nach der strapaziösen Saison aber nicht zu kurz kommen, ehe Ende der Woche das Pensum noch einmal angezogen wird. "Nach vier, fünf Tagen werden wir taktische Schwerpunkte setzen", berichtete Löw über die Abläufe der kommenden Tage, in denen sich ein 35-köpfiger Betreuerstab rund um die Uhr um das Wohlergehen der Profis kümmert.

Der Bundestrainer selbst gönnt sich am Sonntag noch einen fußballfreien Vormittag mit seiner Frau Daniela, der nicht durch Verletzungsmeldungen gestört wurde, und verfolgt anschließend im Fernsehen die letzten Entscheidungen in der 2. Liga. Löws Ehefrau wird allerdings nicht dem rund 90-köpfigen DFB-Tross angehören, der das noble Fünf-Sterne-Haus Arabella Sheraton Golf Hotel Son Vida exklusiv für sich hat.

Im Gegensatz zu 2006, als nahezu alle Spieler in der ersten Trainingsphase auf Einladung des DFB ihren Anhang mit nach Sardinien genommen hatten, nutzt diesmal nicht mal die Hälfte des 26-köpfigen vorläufigen Aufgebotes das Angebot des Verbandes. "Das hat damit zu tun, dass einige schulpflichtige Kinder haben", erklärte Löw, der den Spielern zwischen den Trainingseinheiten reichlich Freiraum lässt, "um allein oder im Kreis der Familie die Köpfe freizubekommen".

Teammanager Oliver Bierhoff ergänzte: "Vor der WM hat sich diese Maßnahme bewährt. Sie hat den Teamgeist gefördert. Das wollen wir auch auf Mallorca wieder erreichen." Das man im Vergleich zur WM aber fünf Tage weniger Vorbereitungszeit habe, müsse man auf der Sonnen-Insel alle Belange unter einen Hut bekommen: "Wir haben aber ein gutes Paket geschnürt." Der Hightech-Fitnessbereich wurde bereits vor Tagen im Estadio Son Moix des spanischen Erstligisten Real Mallorca vom Vorauskommando des DFB aufgebaut, ebenso die speziellen Ruhezonen im Hotel und der Freizeitbereich mit Playstation und anderen Unterhaltungsmöglichkeiten.

Löw sieht "ideale Voraussetzungen

"Wir haben optimale Voraussetzungen", sagte Löw vor dem Aufenthalt auf der Baleareninsel, wo zu Wochenbeginn auch wieder Sonnenschein und angenehme Temperaturen um die 25 Grad erwartet werden. Bis zum 27. Mai, wenn der dreimalige Welt- und Europameister für das Länderspiel gegen Weißrussland einen Abstecher nach Kaiserslautern macht, muss der Bundestrainer auch eine Entscheidung treffen, welche drei Spieler noch gestrichen werden.

"Der Großteil weiß, dass er dabei ist. Aber wir wollen bewusst noch einmal den Konkurrenzkampf schüren. Die Spieler müssen mit diesem Druck umgehen, sonst wären sie bei uns ohnehin fehl am Platz", erklärte der 48-Jährige, der am 28. Mai bei der Uefa seinen endgültigen 23-köpfigen Kader benennen muss.

Als Wackelkandidaten gelten David Odonkor und Piotr Trochowski sowie die beiden Stürmer Patrick Helmes und Oliver Neuville. Der erst 19-Jährige Marko Marin, die Überraschung im Kader, und Torwart Rene Adler, die beide noch ohne Einsatz im Nationalteam sind, sollen auf Mallorca möglichst schnell ins Team integriert werden. "Da sehe ich kein Problem, denn die Voraussetzungen sind ideal", meinte Löw.

Jeder Spieler wird nach der Ankunft einen eigens auf ihn zugeschnittenen Trainingsplan erhalten. Zudem ist einem Pflichtenheft vermerkt, dass "Disziplin, Respekt, Pünktlichkeit und Bereitschaft zur Kommunikation", eingefordert werden. "Gegenseitige Verantwortung übernehmen. Fehler eingestehen. Und Toleranz dem anderen gegenüber, wenn es mal nicht optimal gelaufen ist", seien wichtige Vorausetzunge, erläuterte Löw, der Spielerberatern den Zutritt ins Mannschaftshotel verboten hat.

Kapitän Michael Ballack, der mit dem FC Chelsea am Mittwoch in Moskau das Champions-League-Finale gegen Manchester United bestreitet, und Christoph Metzelder, der mit Real Madrid am Dienstag in Saudi-Arabien im Einsatz ist, werden erst Ende der Woche zum Team stoßen. "Michael soll sich dann erst mal erholen, wir werden ihm die Zeit geben", sagt Löw. Metzelder, der nach einer Fußsohlen-OP erst vor knapp zwei Wochen wieder im Wettbewerb steht, soll durch individuelles Training wieder auf Top-Niveau gebracht werden.

© SID

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