Hauptversammlung
BVB wirbt bei Kleinaktionären um Vertrauen

Knapp zwei Jahre nach der Beinahe-Insolvenz von Borussia Dortmund wirbt der Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bei Kleinaktionären um Vertrauen. Die sehen das Problem des börsennotierten Fußballclubs momentan jedoch weniger beim Finanziellen.

HB DORTMUND. „Das Geld der Anleger ist bei Borussia Dortmund gut aufgehoben“, sagte Watzke am Dienstag bei der Hauptversammlung der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA vor mehreren hundert Anlegern.

„Wir haben in den vergangenen zwei Jahren nachgewiesen, dass wir sorgfältig mit Geld umgehen können.“ Daher wünsche er sich ein deutlich größeres Vertrauen der Kleinaktionäre. „Die Zeit des Geldverbrennens ist vorbei und die kommt auch nicht mehr zurück“, versicherte er.

Die Aktien waren beim Börsengang im Jahr 2000 für jeweils 11 Euro ausgegeben worden. Der Kurs notierte am Dienstagnachmittag bei 2,21 Euro. Der Borussia Dortmund Konzern hatte im vergangenen Geschäftsjahr 2005/06 (30. Juni) bei einem Umsatz von 89,1 Millionen Euro einen Verlust von 20,8 (Vorjahr: 54,5) Millionen Euro verzeichnet.

Aktionärsvertreter äußerten sich überwiegend positiv zur Entwicklung des Unternehmens, warnten aber davor, schon von einem Abschluss der Sanierung auszugehen. Heiko Barkemeyer von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger warnte vor „Realitätsverlust“ und mahnte weiterhin „wirtschaftliche Sorgfalt“ an. Aktionäre erwarteten in Zukunft zwei Dinge: Kurssteigerungen und eine Dividende.

Der BVB rechnet jedoch frühestens in vier Jahren mit der Ausschüttung einer Dividende. Dies erklärte der zweite Geschäftsführer, Thomas Treß. Eine Ausschüttung sei sinnvoll, wenn das Ergebnis vor Zinsen und Steuern in einem bestimmten Verhältnis zu den Nettofinanzverbindlichkeiten stehe. Diese beliefen sich derzeit auf 132 Millionen Euro.

Borussia Dortmund sei „in finanzieller Hinsicht auf einem guten Weg“, sagte Carsten Heise von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz. Die aktuellen Probleme lägen im sportlichen Bereich, wo Perspektiven fehlten. Alle Redner äußerten die Erwartung auf einen Heimsieg am kommenden Wochenende gegen Wolfsburg. Borussia Dortmund hat von den vergangenen acht Heimspielen nur eines gewonnen.

Watzke bezeichnete Borussia Dortmund als „nach wie vor großen Club – gekennzeichnet durch eine außerordentlich große Treue und Leidensfähigkeit seiner Anhänger“. Er bekräftigte das Ziel, „in zwei bis fünf Jahren auf Augenhöhe mit Schalke 04 und Stuttgart“ zu sein. Dortmunds Mannschaft habe erhebliches Potenzial.

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