HB 10: Was wäre wenn im Jahre 2048

HB10: Was wäre wenn
Impulskontrolle

2048 haben Außerirdische die Macht übernommen. Ihr Siegeszug begann mit Big Baby & Naked Horseman. Eine Vision präsentiert von Handelsblatt 10.
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DüsseldorfEs dauerte ein wenig, bis die Menschheit merkte, dass sie von Außerirdischen übernommen worden war. Doch spätestens, als Usain Bolt 2048 bei den Olympischen Spielen in Pjöngjang mit einem erneuten Jahrhundertweltrekord schon wieder Olympiasieger wurde, war es kaum noch zu verbergen.

Die Älteren erinnerten sich, wie alles begann. Nachdem der Versuch der Aliens gescheitert war, im Gewand der Nazis die Welt zu übernehmen, beschlossen sie, unserem Planeten noch eine letzte Ruhefrist zu gönnen. In dieser Zeit studierten sie unsere Schwachpunkte und starteten Versuchsballons mit unterschiedlichen Staatschef-Darstellern wie „The charming no-brainer“ (Ronald Reagan, George Bush jr.), „The Bunga-Bagarozy“ (Berlusconi, Strauß-Kahn) oder „The Invisible“ (Hollande, Steinmeier). Auch die Modelle Schwarzenegger, Kahn und Bohlen wurden erfolgreich in die Gesellschaft eingeschleust, schafften es aber aus unterschiedlichen Gründen nicht bis ganz nach oben. Gleichzeitig nutzten die Außerirdischen die Zeit, um der Menschheit die ein oder andere Neuerung unterzujubeln: Internet, Navigationsgeräte, Alexa, Globuli, vegane Fleischwurst und anderes mehr – was letzten Endes nur dazu dienen sollte, uns faul, abhängig und überwachbar zu machen.

Am erfolgreichsten agierten derweil die beiden Staatenlenker-Modelle „Big Baby“ in Nordkorea und „Naked Horseman“ in Russland, die Menschheit ließ sie weitgehend ungehindert gewähren. In der Folge übernahmen deswegen nacheinander in Venezuela, Polen, Ungarn, der Türkei, den USA und schließlich auch in Frankreich, Österreich und den Niederlanden immer extremere Varianten des Typs „durchgeknallter Wiedergänger mit deaktivierter Impulskontrolle“ die Macht. Sie zeigten zwar allesamt menschenähnliches Verhalten, zeichneten sich aber durch einen völligen Mangel an Empathie aus. Gerade das jedoch machte sie anscheinend für die meisten Menschen sehr anziehend. Ein paar Vereinzelte kamen zwar noch auf die Idee, die „Men in Black“ zu rufen. Doch das waren eindeutig Träumer: Denn die MiB gibt es in Wirklichkeit ja gar nicht.

Dieser Artikel ist exklusiv in der Smartphone-App Handelsblatt 10 erschienen, die jeden Tag mit 10 Autorenstücken die wichtigsten Themen des Tages zusammenfasst. In unregelmäßigen Abständen präsentieren wir Ihnen Visionen wie diese. Was Handelsblatt 10 sonst noch alles zu bieten hat, erfahren Sie hier.

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