Heimspiel – der Bundesliga-Kommentar
Alles faule Ausreden

Man kann es nicht mehr hören! Immer, wenn die deutschen Internationalen unter der Woche gegen die europäische Elite kicken, bemühen die Verantwortlichen Champions League-Belastung und Uefa-Pokal-Stress als Ausreden für die schwachen Auftritte in der Bundesliga. Da liefert Felix Magath seinen Bayern gleich nach dem Abpfiff ein Alibi, weil es „normal sei, dass Mannschaften, die in der Woche international spielen, danach in der Bundesliga Punkte lassen“. Dabei gewannen die Bayern in der Vorsaison sieben von acht Spielen nach ihren Auftritten in der Champions League. Magath hingegen beschwört, dass sieben Punkte aus vier Spielen keineswegs ein Fehlstart sei. Oliver Kahn entschuldigte die Niederlage in Bielefeld mit der Lieblingsausrede Nummer zwei: Die anstrengende WM.

Selbige sei auch in Bremen für die vierte Pflichtspielniederlage in Folge verantwortlich. Dabei gaben die WM-Stars Torsten Frings und Tim Borowski gegen Stuttgart mehrfach wichtige Zweikämpfe fast ohne Gegenwehr verloren und fielen eher durch Meckerei und genervtes Abwinken auf.

Meine Herren, die WM kann nichts für die erste Bremer Heimniederlage nach einer 2:0-Führung seit mehr als 14 Jahren. Da stellt sich schon eher die Frage nach der richtigen Einstellung.

Auch der HSV lässt diese vermissen. Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer versteckt sich trotzdem hinter der Behauptung, dass die Mannschaft mehr Zeit brauche, um sich einzuspielen. Dass das Mannschaftsgefüge nicht stimmt, weil Beiersdorfer die Champions League-Millionen kurzfristig noch in Söldner wie Danijel Ljuboja investieren musste, verschweigt er.

Manager und Trainer sollten endlich aufhören, sich etwas vorzumachen.

Für die Liga indes ist das Schwächeln der Großen ein Glücksfall. Nürnbergs Trainer Hans Meyer konnte es am Samstag kaum fassen, dass seine Mannschaft mit nur zwei Siegen nach vier Spielen noch immer Tabellenführer war.

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