Heimspiel – der Montags-Kommentar zur Fußball-Bundesliga
Kommentar: Lektion verstanden

Der Sieger des Spieltages heißt zweifellos Hertha BSC. Nach neun Spielen ohne Sieg, standen Mannschaft, Trainer und Management vor dem Spiel gegen Bremen gewaltig unter Druck. Doch statt wie in früheren Zeiten dem Trainer ein Ultimatum zu setzen, stärkte Manager Hoeneß seinem Trainer Falko Götz demonstrativ den Rücken. Mit Erfolg: 3:0 gewinnt die Hertha in Bremen, so überraschend wie verdient.

Noch vor zwei Jahren setzte man dem damaligen Hertha-Trainer Huub Stevens in einer ähnlichen Situation öffentlich eine Frist, wann er denn wieder zu siegen hätte. Das ging schief, Stevens musste gehen und die Mannschaft wieder bei Null beginnen.

Ohne Kontinuität auf der Trainerbank läuft nicht viel im Profifußball. Die Spieler müssen wissen, dass der Trainer die absolute Autorität hat und nicht nach jeder Niederlage um seinen Job bangen muss. Erfolgreiche Mannschaften verzeichnen selten einen Trainerwechsel, das ist eine Binsenweisheit. Umgekehrt stimmt die Gleichung: Häufige Trainerwechsel haben selten eine erfolgreiche Mannschaft zur Folge. Das absurde Trainerkarussell im unteren Drittel der Tabelle spricht da Bände. Außer Frankfurt und Mainz haben alle mindestens einmal ihren Trainer in der Saison rausgeschmissen. Geholfen hat das kaum einem Team.

Falko Götz ist ebenso wenig ein Übertrainer wie Felix Magath in München oder Thomas Schaaf in Bremen. Werder und Bayern haben gute Spieler und viel Geld in der Kasse. Aber Magath und Schaaf haben vor allem ein stabiles und professionelles Management im Rücken, das nicht gleich den Trainer rausschmeißt, wenn es nicht so gut läuft. Scheint, als habe man diese Lektion nun auch bei Hertha verstanden.

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