„Heimspiel“ für US-Boys
"Squadra Azzurra" will gegen USA nachlegen

Nach dem 2:0-Erfolg zum WM-Auftakt gegen Ghana möchten die Italiener heute den Einzug ins Achtelfinale vorzeitig sicherstellen. Durch einen Sieg über die USA würde die Stimmung auf dem "Stiefel" noch besser.

Die WM-Hoffnungen steigen auch in Italien in Schwindel erregende Höhen. Nachdem in den vergangenen Wochen noch der Manipulationsskandal die Schlagzeilen beherrscht hatte, wollen die Spieler vor dem zweiten Auftritt der "Squadra Azzurra" heute in Kaiserslautern gegen die USA (21.00 Uhr/live im ZDF und bei Premiere) nur noch über sportliche Dinge reden. Im ersten Match wurde Ghana mit 2:0 bezwungen.

"Es ist an der Zeit, dass wir uns ausschließlich auf die Spiele konzentrieren. Wir sind doch hier bei einer WM, oder?", meinte Torhüter Gianluigi Buffon genervt und Superstar Francesco Totti legte energisch nach: "Der Skandal wird uns nicht schwächen. Basta!" Selbst Bruce Arena, US-Coach mit italienischen Wurzeln, musste mit bitterer Ironie feststellen. "Italien scheint an Skandale gewöhnt, sie spielen trotzdem gut. Vielleicht brauchen wir auch mal einen Skandal."

Optimist Romano Prodi

Vom Titel spricht in Italien niemand offen - außer dem neuen Ministerpräsidenten Romano Prodi. Dieser versprach Bundeskanzlerin Angela Merkel nach deren Einladung zur WM am Mittwoch in Berlin: "Ich komme zum Finale Italien gegen Deutschland." Merkel erwiderte schlagfertig: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben."

Auch Trainer Marcello Lippi spürt, dass die Stimmung im Team und im Land immer besser wird. "Das Spiel gegen Ghana hat uns Schwung gegeben. Den Trend wollen wir jetzt bestätigen", versicherte der Nationalcoach, der zudem wieder alle Mann an Bord hat. Gianluca Zambrotta und Gennaro Gattuso stehen nach ausgestandenen Verletzungen zur Verfügung, Totti ist trotz einer erneuten Schienbeinprellung ebenfalls einsatzbereit.

Lippi appelliert jedoch an sein Team, die USA trotz deren 0:3-Niederlage zum Auftakt gegen Tschechien nicht zu unterschätzen - zumal Arena ein völlig anderes Team ankündigte. "Wir werden nicht mehr mit dieser Elf spielen, und wir werden nicht mehr mit dieser Taktik auflaufen. Die habe ich schon in den Papierkorb geworfen", erklärte der US-Coach.

Heimspiel in der Pfalz

Arena will ein offensiveres Team als gegen die Tschechen aufs Feld schicken und erwartet defensive Italiener. "Möglicherweise werden sie gegen uns nicht alles riskieren", spekulierte er: "Sie haben schon drei Punkte und könnten mit einem vierten gut leben." Italien ist für den Trainer mit italienischen Großeltern "eines der am leichtesten zu analysierenden Teams, aber eines der am schwersten zu spielenden. Sie sind sehr strukturiert, spielen immer das gleiche Schema, aber das perfekt."

In Kaiserslautern - oder besser gesagt "K-Town" - können die US-Boys ein regelrechtes Heimspiel erwarten. Rund 55 000 Amerikaner leben in der Gegend. "Wir freuen uns auf die amerikanischen Fans", sagte Arena: "Es ist ein gutes Gefühl, unsere Fahnen auf den Tribünen zu sehen." Schon während der Busfahrt durch das Land am Donnerstag wurde das Team am Straßenrand von zahlreichen Amerikanern bejubelt, die die Stars and Stripes schwenkten.

Etwa 35 000 Militärangehörige arbeiten im etwa 10km entfernten Ramstein, dazu kommen 6 000 Zivilisten. Die 1951 eingerichtete Basis ist der größte US-Luftwaffenstützpunkt außerhalb der USA und Hauptquartier der Air Force in Europa. Am Donnerstag gegen 18.15 Uhr wurden die Amerikaner durch das Militärpersonal begrüßt.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%