Heimspiel
Wurmfortsatz Bundesliga

Die Rückrunde hat gerade erst begonnen und schon soll alles entschieden sein. Der FC Bayern München hat den Sieg quasi abonniert. Der Wettbewerb muss angekurbelt werden. Doch wer sitzt an der Kurbel?

DÜSSELDORF. So nicht! Nein, wir wollen keine Bundesliga, die schon nach dem ersten Spieltag der Rückrunde entschieden ist. Der übermächtige FC Bayern erstickte die Hoffnung auf ein spannendes Titelrennen in der vergangenen Woche im Keim. Mit seinem zusammengekauften Ausnahmekader zeigte der Rekordmeister unter der Woche im Pokal zunächst, dass er gegen engagiert kämpfende Mainzer auch mit einer mäßigen Leistung gewinnen kann. Der zur „Überraschungsmannschaft“ hochgeschriebenen Gladbacher Borussia zeigten sie am Freitag ihre Grenzen auf. Auch der medial gehypte „Kugelblitz“ Ailton konnte das Titelrennen nicht spannend machen, seine Hamburger gingen gegen Nürnberg glanzlos unter. Meisterschaft und Pokalsieg sind den Bayern wohl kaum mehr zu nehmen.

Was bleibt zu tun? Will die Bundesliga nicht zum Wurmfortsatz der Münchener degenerieren, müssen die 80 Mill. Euro zusätzlicher TV-Gelder gezielt zur Stärkung des Wettbewerbs, also der schwächeren Klubs eingesetzt werden. Bayern-Fans werden jetzt über die wirkungslos verschleuderten Millionen etwa bei Borussia Dortmund klagen und das unternehmerische Können ihres Managers Uli Hoeneß preisen. Und damit haben sie recht! Allein, es hilft auch den Bayern nicht, wenn die Bundesliga zur Langweilerveranstaltung mit einem Abo-Sieger aus München verkommt. Irgendwann ist die Euphorie über die WM im eigenen Land verflogen. Dann werden sich die Stadien leeren wie heute in Italien. Die Folge wären sinkende TV- und Sponsor-Einnahmen. Schon aus Eigennutz sollten sich die Bayern also bei den anstehenden Verhandlungen um die Verteilung der Gelder kompromissbereit zeigen.

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