Heißes Derby
Köln und Düsseldorf trennen sich friedlich

Fast 15 Jahre ist der letzte Auftritt von Fortuna Düsseldorf in Köln her: Die Fans fieberten dem Derby entgegen und bekamen einen spannenden Kick geliefert. Das Ergebnis war am Ende verdient.
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KölnDas haben sie in Köln und Düsseldorf so viele Jahre vermisst: Ein Derby zwischen dem 1. FC und der Fortuna. 1:1 ging es aus - ein recht langweiliges Ergebnis. Aber es täuscht. Auch wenn es vermutlich nur wenige Spiele in der Bundesligageschichte gab, in der Atmosphäre und Spielkunst phasenweise so weit auseinander lagen. Der Kick konnte 45 Minuten lang mit der Stimmung nicht im Ansatz mithalten. Doch die zweite Halbzeit entschädigte für alles.

Die allermeisten der gut 50.000 Zuschauer waren heiter und voller Vorfreude auf das erste Pflichtspielderby seit 14 Jahren. Im April 1999 gewann Düsseldorf im heimischen Stadion mit 2:1.

Vor dem Spiel war die Stimmung rund um das Stadion angespannt, aber laut Polizei „relativ ruhig“ – von einer Schlägerei unverbesserlicher abgesehen. Die Polizisten hatten zuvor einen Fanmarsch von Düsseldorfer Ultras verhindert – rund 1000 Anhänger wurden am Bahnhof Köln-Ehrenfeld in Sonderbahnen verfrachtet und zum Stadion in Müngersdorf gebracht. Und selbst das Pfeifkonzert der Fortuna-Fans während der „Hymne“ direkt vor Anpfiff ebbte nach dem ersten Refrain ab. Nun sollte eigentlich die tolle Untermalung eines Fußballspiels folgen, doch einige wenige Unverbesserliche unter den sogenannten Fans aus Düsseldorf schossen Leuchtkörper auf den Platz und auf die Ränge. Schiedsrichter Knut Kircher musste das Spiel jedoch nicht unterbrechen.

Während FC-Trainer Peter Stöger seine Elf im Vergleich zum 1:1 gegen Dresden nicht veränderte, ersetzte Fortuna-Coach Mike Büskens seinen Verteidiger Latka durch Leon Balogun. So richtig eingespielt wirkten die Teams dennoch nicht. Kein Wunder, schließlich hat sich personell eine Menge getan im Vergleich zur Vorsaison.

Es fehlte beiden Mannschaften an Abstimmung und Automatismen. Zudem dürften nur wenige der Spieler eine solche Atmosphäre schon mal erlebt haben: Der Schiedsrichter musste wegen der Dauergesänge beider Lager kräftig in die Pfeife pusten – eine phantastische Atmosphäre!

Auch die äußeren Bedingungen spielten mit: Angenehme 25 Grad ließen ein laufintensives Spiel zu. Doch großes Risiko wollten beide Teams zunächst nicht gehen. Immer wieder Rückpässe statt schnelles Spiel nach vorn. Dazu eine Reihe von kleinen Fouls – so kam zunächst kein Spielfluss auf.

Aber manchmal reicht eben auch eine gute Flanke. Die gelang Mathis Bolly in der 12. Minute auf der rechten Seite. Hinten am langen Pfosten stand Reisinger unbewacht. Dessen Kopfball konnte FC-Keeper Timo Horn noch abwehren, aber Charlison Benschop stand goldrichtig und hämmerte den Ball in die Maschen.

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