Herbe Halbfinale-Niederlage bei Espanol
Werder braucht nun wieder einmal ein „Wunder“

Für Werder Bremen ist das erste Uefa-Cup-Finale der Vereinsgeschichte nach einer schwachen Vorstellung in weite Ferne gerückt. Nach einigen Abwehrpatzern und einer verdienten 0:3 (0:1)-Pleite bei Espanyol Barcelona benötigt die Elf von Trainer Thomas Schaaf im Rückspiel am 3. Mai ein erneutes "Wunder von der Weser", um doch noch den Sprung ins Endspiel im Glasgower Hampden Park (16. Mai) zu schaffen.

Moises Hurtado (20.) und Walter Pandiani (50.) mit zwei Kopfball-Toren sowie Coro (88.) nutzten in einer einseitigen Begegnung fatale Schnitzer des deutschen Vizemeisters. Angesichts weiterer Großchancen von Espanyol und der fast halbstündigen Unterzahl nach einer Roten Karte für Torhüter Tim Wiese (58.) waren die Bremer mit dem Ergebnis sogar noch gut bedient. Dass die beiden Torschützen Hurtado und Pandiani für das Rückspiel gelbgesperrt sind, war indes nur ein schwacher Trost für die Bremer, die in der Champions League schon am Espanyol-Stadtrivalen FC Barcelona gescheitert waren.

"Wenn man Uefa-Cup-Sieger werden will, darf man solche Fehler nicht machen. Wenn man sich nicht an die Zuteilung bei Standards hält, dann passieren eben solche Tore. Wir werden alles probieren, brauchen aber ein Riesenwunder", schimpfte Nationalspieler Torsten Frings nach dem Abpfiff frustriert.

Aggressives Pressing stellt Bremen vor Probleme

Vor 40 000 Zuschauern im Estadi Olimpic Montjuic war Werder nur anfangs bemüht, Schaafs Anweisung, das "Heft selbst in die Hand zu nehmen", auch umzusetzen. Doch das aggressive Pressing der Katalanen machte dem Bundesliga-Zweiten zu schaffen. Zwar hatte Miroslav Klose nach dem Wirbel um ein Geheimtreffen mit der Bayern-Führungsetage am Dienstag die erste Chance der Partie (4.), nach einer Viertelstunde übernahm Espanyol jedoch die Initiative.

Einem Abseitstor der Spanier, die 1988 im Uefa-Cup-Finale gegen Bayer Leverkusen das Nachsehen hatten, verweigerte der norwegische Schiedsrichter Tom Henning Övrebö aus Norwegen noch die Anerkennung (18.), zwei Minuten später fiel auf regulärem Wege aber schließlich doch das verdiente 1:0.

Ivan de la Pena spielte einen Eckball von rechts kurz auf Rufete, dessen präzise Flanke Moises Hurtado aus gut fünf Metern unbedrängt von Daniel Jensen einköpfte. Nur vier Minuten später hatte Frings die Chance zum schnellen Ausgleich, scheiterte aber am gut reagierenden Ersatzkeeper Gorka Iraizoz. Naldo prüfte Espanyols Nummer zwei zudem mit einem Kopfball (30.).

Bremen geriet in seinem vierten Halbfinale in einem internationalen Wettbewerb vor der Pause sogar noch zweimal in ernsthafte Bedrängnis. Erst musste Wiese eine verunglückte Rückgabe von Patrick Owomoyela auf der Linie in höchster Not per Kopf klären (28.), dann parierte er einen knallharten 40-Meter-Schuss von Jesus Maria Lacruz (43.). Die drei Verletzten Per Mertesacker, Nationalmannschaftskollege Tim Borowski und Pierre Wome fehlten in einem ruppigen Spiel an allen Ecken und Enden.

Kalte Dusche nach dem Seitenwechsel

"Espanyol hat viel Druck gemacht, dennoch hätten wir mehr zeigen müssen", kommentierte Sportdirektor Klaus Allofs in der Halbzeit. Doch nach dem Seitenwechsel wurde Werder sofort wieder kalt erwischt. Pandiani verlängerte einen scharf getretenen Eckball unhaltbar für Wiese aus kurzer Distanz ins Tor. Diesmal blieben gleich mehrere Werder-Verteidiger stehen.

Nach dem Platzverweis für den Bremer Schlussmann, der gegen Raul Tamudo außerhalb des Strafraums die Notbremse zog, mussten die Hanseaten im 162. Europacup-Spiel der Vereinshistorie zwangsläufig auf Schadensbegrenzung setzen. Dennoch bot sich Klose die Chance zum 300. Bremer Europapokaltreffer, als der WM-Torschützenkönig an einer Diego-Hereingabe vorbeirutschte (73.). Nach elf Ballkontakten wurde Klose wenig später ausgewechselt.

© SID

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