Hertha BSC Berlin: Preetz' „Gaga-Brief“ sorgt für Verwunderung

Hertha BSC Berlin
Preetz' „Gaga-Brief“ sorgt für Verwunderung

Kein Aprilscherz: Hertha-Manager Michael Preetz hat auf der Homepage des Vereins in Interview gegeben - mit sich selbst. Medien und Facebook.Gemeinde überziehen den gutgemeinten Versuch nun mit Hohn und Spott.
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BerlinManager Michael Preetz hätte sich die Worte von Trainer Otto Rehhagel wohl mehr zu Herzen nehmen sollen. „Manchmal ist es auch besser, wenn man nichts sagt“, hatte der Fußballlehrer nach der 1:4-Heimpleite gegen den VfL Wolfsburg gemeint. Mit einem selbst geführten Interview stellte sich Preetz hingegen ins Abseits. Berliner Medien überschütteten den ehemaligen Rekordtorschützen des Fußball-Bundesligisten Hertha BSC mit Spott und Hohn, auf der offiziellen Facebook-Seite des Hauptstadtclubs machten Anhänger ihrem Unmut Luft. Dabei hatte es der Hertha-Manager sicher gut gemeint, als er das Interview mit den Worten begann: „Liebe Hertha-Fans, hier spricht Michael Preetz.“

Was dann folgte, hielt manch einer sogar für einen Scherz - passend zum 1. April. Preetz meinte es in der Veröffentlichung auf der Vereinshomepage aber ernst. Die Lage von Hertha ist auch alles andere als zum Lachen. Nach der Entlassung des Aufstiegstrainers Markus Babbel und dem Kurzzeit-Missverständnis mit Michael Skibbe taumelt der Hauptstadtclub auch mit Otto Rehhagel der zweiten Fußball-Bundesliga entgegen.

Das 1:4 am Samstag gegen Wolfsburg wollten Spieler und Preetz am gleichen Tag nicht kommentieren. Mit seinem „Gaga-Brief“ (Berliner B.Z.) beendete Preetz dann die Wortlosigkeit. Betont kämpferisch, betont zuversichtlich gab sich der Ex-Profi darin. Sprach von einer mentalen und kämpferischen Trendwende. Vom Kampf auf Augenhöhe. „Und was, wenn der Abstieg trotzdem passiert?“ fragte sich Preetz immerhin angesichts des vorletzten Tabellenrangs und vier Punkten Rückstand auf den rettenden 15. Platz. „Darauf werde ich keine Antwort geben, weil ich immer positiv denke“, entgegnete sich der Geschäftsführer Sport selbst.

Bei Facebook reagierte ein Großteil der Fans mit Unverständnis auf Preetz „merkwürdige Kommunikation“ (Tagesspiegel). Manch einer nahm den nun wieder ins Blickfeld der Kritiker gerückten Manager immerhin in Schutz. Er werde selbst auch niemals aufhören, „für unsere Hertha zu kämpfen“, kündigte Preetz an.

Wie es mit dem ehemaligen Torjäger weitergeht, dürfte wohl auch vom Gelingen der Mission Erstklassigkeit abhängen. Nach der Installation des Trainer-Gurus Rehhagel weist die Bilanz vier Niederlagen und zwei Siegen auf. Preetz übte sich aber in Durchhalteparolen. „Der Wille ist ungebrochen und im Übrigen gilt für Herthaner sowieso, dass wir niemals aufgeben!“, meinte er. Weitere Kostprobe: „Wir kämpfen mit allen Mann und mit 100 Prozent weiter um unser Saisonziel.“ Und das heißt bekanntlich Nichtabstieg nach nur einer Spielzeit im Oberhaus.

Rehhagel sprach allerdings schon von einer „sehr bedrohlichen Situation“. Am kommenden Samstag müssen die Berliner zur angeschlagenen Gladbacher Borussia. Am Montag bereiteten sie sich darauf erstmal mit einem freien Tag vor. „Die Spieler sollen die Enttäuschung verarbeiten, die mentale Frische zurückbekommen und sich ab Dienstag voll und ganz auf die nächste Aufgabe in Gladbach konzentrieren“, meinte Preetz - von den Profis war zunächst nichts zu hören. Schließlich hatte Coach Rehhagel mit Blick auf den selbst auferlegten Maulkorb ja schon nach der Wolfsburg-Pleite festgestellt: „Manchmal ist es auch besser, wenn man nichts sagt.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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