Heute spielt Bremen in der Qualifikation in Basel
Angewiesen auf die Champions League

BREMEN. Jürgen Borns Wortwahl ist drastisch. „Da müssen wir durch – mit dem Holzhammer“, sagt der Vorstands-Chef des SV Werder Bremen vor dem Hinspiel der Champions-League-Qualifikation beim FC Basel am Mittwoch. Einfacher Grund: Trotz hanseatischer Zurückhaltung können Fußballer auch in Bremen mittlerweile bestens verdienen. Darüber geredet wird ungern, aber eins ist klar: Passé ist das in der Ära des cleveren Managers Willi Lemke im Dauerzwist mit Uli Hoeneß und dem FC Bayern bediente Image von den armen Schluckern aus Bremen.

Nachfolger Klaus Allofs folgt einer gänzlich anderen Philosophie, der Etat ist stetig gewachsen (Ansatz für 2005/06: 40 Millionen). „Nur in der Champions League erzielen wir zusätzliche Einnahmen“, gesteht Allofs, in anderen Erlösbereichen sei am Standort Bremen „nicht mehr viel Luft“. 26 Millionen Euro lautet der nicht dementierte Betrag, der den Spielern in einer Saison zufließt. Die Prämien sind stark leistungsabhängig. „Bei sportlichem Erfolg müssen wir sehr viel Geld an die Spieler zahlen“, sagt Born.

Dann streicht Topverdiener Johan Micoud mehr als drei Millionen Euro ein, sprengen Miroslav Klose und Torsten Frings die Grenze von zwei Millionen. Für Werder ist all das bezahlbar, da der Vorstoß ins Achtelfinale der Champions League vergangene Saison „etwas mehr als zwölf Millionen Euro brutto in die Kasse brachte“ (Born). Was aber, wenn das Geld jetzt ausbleibt? „Wir geraten dann nicht sofort in eine wirtschaftliche Schieflage“, versichert Allofs. „Wir haben als Beruhigungstablette noch Reserven: Wir haben unsere Zukunft im Gegensatz zu anderen Vereinen nicht verkauft“, sagt auch Jürgen Born.

Überdies könne man Aktien herausgeben oder den Stadionnamen verkaufen. Dennoch gibt Finanzexperte Born zu: „Die Spieler könnten wir uns nach einem schlechten Jahr leisten – bei einem weiteren schlechten Jahr müsste man überlegen.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%