Heynckes ereifert sich über Unparteiische
Borussia fühlt sich in Frankfurt betrogen

dpa FRANKFURT/MAIN. Nach der fünften Bundesliga-Auswärtspleite fühlten sich Spieler, Trainer und Funktionäre von Borussia Mönchengladbach um das erste Saison-Erfolgserlebnis auf fremden Plätzen betrogen.

„Wir haben das Spiel durch drei Fehlentscheidungen des Schiedsrichters verloren“, schimpfte Borussias Coach Jupp Heynckes. Auch Peter Pander machte den Unparteiischen Franz-Xaver Wack (Biberbach) für die 0:1-Niederlage bei Eintracht Frankfurt verantwortlich. „Das ist eine Unverschämtheit. Ich weiß nicht, was der Schiedsrichter gesehen hat“, ereiferte sich der Sportdirektor.

Mit hoch rotem Kopf und sichtlich frustriert ließ Heynckes in der Pressekonferenz kein gutes Haar an der Leistung des Schiedsrichter-Gespanns. „Die Gelb-Rote Karte gegen Thomas Helveg war sehr hart. Wir haben ein reguläres Tor erzielt, bei dem zwei gegnerische Spieler näher zum Tor standen als Marvin Compper. Der Freistoß vor dem Gegentor war dann der Höhepunkt. Da bewegte sich Wack mit dem Rücken zum Ball, den er nicht frei gegeben hatte, in Richtung Außenlinie“, kommentierte Heynckes ungewöhnlich scharf die Schlüsselszenen des Spiels.

Allerdings wirkten seine Spieler in der 78. Minute desorientiert, als Albert Streit mit einem schnell ausgeführten Freistoß den eingewechselten Naohiro Takahara bediente und der Japaner den Freiraum zum Siegtor nutzte. „Da haben wir uns dilettantisch verhalten“, bemerkte Heynckes kritisch. Abwehrspieler Compper hatte geschlafen und wurde somit zum tragischen Helden. „Es war mein Fehler und tut mir Leid für die Mannschaft“, sagte der verhinderte Torschütze. „Ich habe erst in der Kabine gesehen, dass Gladbachs Tor nicht abseits war. Man muss auch mal Glück haben“, erklärte Eintracht-Abwehrspieler Marco Russ.

So standen die Gäste trotz einer kämpferisch engagierten Vorstellung einmal mehr mit leeren Händen da. „Das war eine bittere Niederlage für uns. Die Mannschaft hatte mehr verdient“, sagte Heynckes. Ähnlich sah es Pander, der trotz der dritten Pleite nacheinander einen Aufwärtstrend erkannte: „Man kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen, außer dass sie beim Gegentor auf der langen Leitung stand. Das Glück läuft uns weg.“

Ganz anders die Eintracht, die mit Fortuna im Bunde war. „Wir haben zu Hause schon bessere Spiele gezeigt. Über die Leistung werde ich mit der Mannschaft sprechen. Ich freue mich aber total für die Jungs. Sie haben drei Punkte geholt, die eminent wichtig sind“, sagte Frankfurts Trainer Friedhelm Funkel. Erstmals in dieser Saison mussten sich die spielerisch erschreckend schwach agierenden Hessen zur Halbzeit Pfiffe von den 50 050 Zuschauern anhören. „Uns fehlt das Filigrane“, räumte Vorstandschef Heribert Bruchhagen ein.

Immerhin verschaffte sich der Uefa-Pokal-Teilnehmer mit dem zweiten Saisonsieg ein Fünf-Punkte-Polster zu den Abstiegsplätzen. „Wir sind voll im Soll und haben erst ein Spiel verloren“, bilanzierte Funkel. Daran soll sich auch im Gastspiel am Mittwoch bei Energie Cottbus nichts ändern, auch wenn die Eintracht gewarnt ist. „Es wird nicht einfach, denn die Cottbuser haben bisher eine für ihre Verhältnisse überragende Saison gespielt. Wir dürfen nicht ins offene Messer laufen“, sagte Funkel.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%