Hintergrund
Aktenzeichen C-415 93 – das „Bosman-Urteil“

dpa DÜSSELDORF. Das so genannte Bosmann-Urteil vom 15. Dezember 1995 erschütterte die Fußball-Bundesliga und den gesamten europäischen Profi-Sport in ihren Grundfesten. Der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg erklärte die bis dahin gültigen Transferregelungen und Ausländerbeschränkungen in den Mannschaftssportarten für nichtig.

Diese Entscheidung kam einer Revolution im professionellen Sport gleich. Seitdem dürfen Vereine bei Spielerwechseln innerhalb der Europäischen Gemeinschaft (EU) nach Ablauf des Vertrages keine Ablösesummen mehr verlangen. Außerdem können seither ausländische Spieler wegen der garantierten freien Arbeitsplatzwahl in der EU in unbegrenzter Zahl in den Bundesligen eingesetzt werden.

Initiiert wurde der Prozess vor dem EuGH vom belgischen Fußball- Profi Jean-Marc Bosman. Er wollte 1990 nach Vertragsende beim FC Lüttich zum französischen Zweitligisten Dünkirchen wechseln. Die Belgier verlangten eine Ablöse von 800 000 Dollar, die der Zweitligist nicht bezahlen wollte. Daraufhin verweigerte Lüttich Bosman die Freigabe. Bosman klagte gegen das faktische Berufsverbot durch alle Instanzen. Fünf Jahre später gab der EuGH ihm in letzter Instanz Recht.

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