Historische Niederlage
Deutschland scheitert an Polen und der Chancenverwertung

Bitterer Abend für den Weltmeister: Die DFB-Auswahl hat in Warschau gegen Gastgeber Polen eine historische Niederlage kassiert. Vorne war die Elf ohne Durchschlagskraft. Und hinten machte sie Fehler.
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WarschauDie erste Niederlage gegen Polen hat Joachim Löw und seine Titelhelden schnell wieder geerdet. Trotz großer Überlegenheit und vieler Torchancen kassierte die deutsche Fußball-Nationalmannschaft am Samstag im Nationalstadion von Warschau ein schmerzhaftes 0:2 (0:0). In der EM-Qualifikation wurden durch die Gegentore von Arkadiusz Milik (51.) und Sebastian Mila (88.) drei wichtige Punkte verspielt und gleich mehrere tolle Serien beendet.

Ausgerechnet in Warschau, dem Ort des 1:2 im EM-Halbfinale 2012 gegen Italien, musste sich die DFB-Auswahl nach 18 Partien wieder in einem Pflichtspiel geschlagen geben. Die letzte Auswärtspleite in einem Qualifikationsspiel lag sogar 16 Jahre zurück. Polen hatte in 18 Spielen noch nie gegen Deutschland gewinnen können, war mit seiner Defensivtaktik und zwei Nadelstichen aber erfolgreich. Die letzte Chance zur Wende verpasste der gebürtige Pole Lukas Podolski, der kurz nach seiner späten Einwechslung an der Latte scheiterte (81.).

Schon am Dienstag bietet sich die Chance zur Wiedergutmachung, wenn Irland in Gelsenkirchen der Gegner ist. Wie die Polen liegen die Iren mit sechs Punkten vor der DFB-Auswahl (3 Punkte).

Die erste Auswärtspleite in einem Qualifikationsspiel seit dem 10. Oktober 1998 (0:1 in der Türkei) zeichnete sich vor der Pause überhaupt nicht ab. Nach einer längeren Anlaufphase hatte die wegen zahlreicher Ausfälle neu formierte deutsche Mannschaft die Partie fest im Griff, ließ aber bei zahlreichen Gelegenheiten vor dem Tor die Präzision und Konsequenz vermissen. Dies rächte sich sechs Minuten nach Wiederbeginn, als der frühere Bundesliga-Profi Milik die Polen mit ihrer ersten Chance in Führung brachte.

Mit dem Einsatz des Leverkuseners Karim Bellarabi sorgte Löw in seinem 115. Spiel als Bundestrainer für eine echte Überraschung. Der erste Debütant seit dem WM-Gewinn und der insgesamt 73. in der Ära Löw überzeugte auf der rechten Seite durch ein großes Laufpensum und war stark in der Balleroberung. Im Abschluss fehlte dem 24-jährigen Senkrechtstarter allerdings ebenso wie einigen seiner Kollegen die Entschlossenheit. Podolski musste lange auf seinen Einsatz warten. Erst 13 Minuten vor Schluss kam er für Andre Schürrle ins Spiel.

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