Fußball
Hoeneß will Ballack nicht unter Druck setzen

In den Vertragsverhandlungen mit Michael Ballack will Bayern-Manager Uli Hoeneß dem Mittelfeldspieler keine Frist setzen. Trainer Felix Magath drängt dagegen auf eine schnelle Entscheidung über Ballacks Zukunft.

Uli Hoeneß geht optimistisch in die Verhandlungen mit DFB-Kapitän Michael Ballack um eine Vertragsverlängerung des Mittelfeldspielers. Gleichzeitig will der Bayern-Manager Ballack keine Frist setzen. "Michael weiß, dass der nächste Vertrag der wichtigste seines Lebens ist. Er versucht, sich in eine gute Ausgangsposition zu bringen. Das ist völlig legitim", sagte Hoeneß in einem Interview mit der Bild am Sonntag.

"Es sollte bald Klarheit herrschen"

Trainer Felix Magath fordert dagegen eine schnelle Entscheidung im Poker. "Michael Ballack weiß, dass er nicht irgendein Spieler ist, sondern der Mann, der auch in Zukunft unser Spiel lenken und bestimmen soll. Es sollte bald Klarheit herrschen", sagte der Fußball-Lehrer im Interview der Welt am Sonntag: "Sollte er nicht verlängern, müssten wir uns halt umsehen. Das ist auch der Grund, warum wir seine Entscheidung bald brauchen - und nicht erst im nächsten Frühjahr."

Hoeneß dementierte unterdessen eine angebliche 20-Millionen-Euro-Offerte von Manchester United für Ballack und sieht den deutschen Rekordmeister in einer guten Ausgangslage: "Ich gehe davon aus, dass Michael und seine Familie sich in München wohl fühlen. Er spielt in einer intakten Mannschaft, die sicher noch ziemliches Potenzial hat. Er kriegt die Anerkennung, die er sich vorstellt. Und finanziell wird er bei uns sicher kein Sozialfall." Ballack war 2002 für sechs Mill. Euro Ablöse von Bayer Leverkusen zum FC Bayern gewechselt. Der Kontrakt des Mittelfeldspielers endet am 30. Juni 2006.

Elf Verträge laufen aus

Insgesamt laufen die Verträge von elf Akteuren im kommenden Jahr aus, auch der von Bayern-Kapitän und Nationaltorwart Oliver Kahn. Hoeneß: "Auch das werden wir in Ruhe angehen. Wir haben keinen Druck, zumal wir in Michael Rensing einen zweiten guten Mann haben."

Mit Meistertrainer Magath würde der Bayern-Manager zum jetzigen Zeitpunkt sofort verlängern, "aber wir haben mit ihm einen Vertrag bis 2007. Wir warten das zweite Jahr ab und sprechen dann über die Zukunft". Dass der ehemalige Coach des VfB Stuttgart als Kandidat für den Bundestrainerposten gehandelt wird, irritiert den 53-Jährigen nicht: "Da sind wir stur. Das haben wir bei Hitzfeld bewiesen, das würden wir auch bei Magath so halten."

"Es kann sein, dass ich noch fünf Jahre weitermache"

Zur eigenen Zukunft meinte der Weltmeister von 1974, dass sein Vertrag im Dezember 2006 auslaufe. Weiter führte er im "Bams"-Gespräch aus: "Es kann sein, dass ich noch fünf Jahre weitermache. Aber alle Optionen sind offen."

Zum Interesse der Bayern an Nationalstürmer Lukas Podolski vom Aufsteiger 1. FC Köln sagte Hoeneß: "Ich habe lediglich gesagt, dass der Spieler für uns interessant ist und wir uns mit ihm ab Anfang 2006 beschäftigen. Eigentlich ärgere ich mich, dass ich das gesagt habe. Aber da ist in keiner Weise eine Entscheidung gefallen."

Als Hauptkonkurrenten der Bayern in der neuen Saison sieht Hoeneß Vizemeister Schalke 04, Champions-League-Teilnehmer Werder Bremen, den VfB Stuttgart und Hertha BSC Berlin an. Der neue VfB-Coach Giovanni Trapattoni, einst auch Trainer bei den Bayern, sei "eine Bereicherung für die Liga".

"Wir müssen nach Asien"

Hoeneß verteidigte zudem die fünftägige Japan-Reise des deutschen Meisters vor dem Bundesliga-Start. "Wir reden in Deutschland immer darüber, dass die Liga keine Präsenz hat in Nordamerika und Asien. Aber wenn man nix tut, dann geht es der Bundesliga wie der Bundesrepublik: Da wird auch nur geredet und nix getan. Der FC Bayern will die Missstände beheben. Wenn du in Asien keine Präsenz zeigst, kannst du keine Geschäfte machen. Deswegen müssen wir hin." Für zwei Spiele sollen die Münchner rund zwei Mill. Euro Gage erhalten.

© SID

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