Hoeneß zum Fall Dembélé
„Man muss als großer Verein auch mal Stärke zeigen“

Der Hick-Hack um Ousmane Dembélé geht weiter. Nach einem Krisengespräch verkündete die BVB-Spitze: Der wechselwillige Profi bleibt suspendiert. Unerwartetes Lob für den BVB gibt es vom Bayern-Präsidenten Uli Hoeneß.
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Dortmund/MünchenBorussia Dortmund wird die Suspendierung von Fußball-Profi Ousmane Dembélé „bis auf Weiteres“ aufrechthalten. Das teilte der Bundesligist am Sonntagmorgen nach einem Gespräch von BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, Sportdirektor Michael Zorc und Trainer Peter Bosz mit. Das Trio hatte sich in einer Unterredung nach dem 4:0-Sieg in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Verbandsligisten 1. FC Rielasingen-Arlen am Samstag auf diese gemeinsam Linie verständigt. Dort gehörte Dembélé nicht zum Kader.

„Unser Fokus liegt jetzt auf einer konzentrierten Vorbereitung der Mannschaft auf den Bundesliga-Auftakt am kommenden Wochenende in Wolfsburg“, erläuterte Zorc auf der BVB-Homepage. „Ousmane Dembélé hat selbstverständlich die Möglichkeit, ein individuelles Training abseits der Gruppe zu absolvieren.“ Darüber hinaus will sich der deutsche Pokalsieger in dem brisanten Fall zunächst „nicht weiter zum Sachverhalt äußern“, hieß es weiter.

Bayern-Präsident Uli Hoeneß hat Borussia Dortmund für den Umgang mit dem Fall des wechselwilligen Fußball-Profis Ousmane Dembélé gelobt. „Man muss als großer Verein - und das ist Borussia Dortmund - auch mal Stärke zeigen“, sagte der 65 Jahre alte Hoeneß am Sonntag in der Talksendung „Wontorra“ beim Sender Sky Sport News HD. Der Präsident des deutschen Rekordmeisters findet, dass sich der BVB „bislang sehr klug“ in der Causa Dembélé verhalten habe.

Hoeneß unterstützt die BVB-Marschroute, entweder den gewünschten Preis für Dembélé zu erhalten oder den Ablauf der Transferfrist am 31. August abzuwarten. Dabei ist für den Präsidenten des FC Bayern eines entscheidend: „Nur, weil Dembélé keine Ausstiegsklausel hat, hat Borussia Dortmund das Heft des Handelns in der Hand.“

Beim FC Bayern lehne man Ausstiegsklauseln grundsätzlich ab. „Ein Vertrag bei Bayern München wird von Bayern München entschieden und sonst von niemandem“, erklärte Hoeneß.

Der 20 Jahre alte Dembélé will trotz laufenden Vertrags bis 2021 zum FC Barcelona wechseln und hatte am vergangenen Donnerstag unerlaubt das Training in Dortmund geschwänzt, wohl um seinem Wechselwillen Nachdruck zu verleihen. Daraufhin stellten die Westfalen den Offensiv-Spieler vom Trainings- und Spielbetrieb frei. Zunächst bis nach dem Pokalspiel, wie es hieß.

Zwar gab es bereits Gespräche zwischen dem BVB und dem spanischen Topclub. Eine Einigung über die frei zu verhandelnde Ablösesumme gab es aber bisher nicht. Zuletzt soll das Angebot aus Barcelona bei 90 Millionen Euro plus Bonuszahlungen für den talentierten Franzosen gelegen haben. Der BVB schlug die Offerte aus.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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