Höwedes bleibt beim FC Schalke 04
Des Weltmeisters königsblaue Liebeserklärung

Benedikt Höwedes hätte ins Ausland wechseln und mehr Geld verdienen können. Doch der Weltmeister von Schalke 04 schob die Lockangebote beiseite. Das erhöht die Erfolgsaussichten vor allem für André Breitenreiter.
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GelsenkirchenGute Neuigkeiten für den FC Schalke 04: Kapitän Benedikt Höwedes bleibt auf Schalke. Das bestätigte Sportvorstand Horst Heldt am Montag bei der Vorstellung des neuen Trainers André Breitenreiter. Wenig später bekannte sich auch Kapitän Höwedes (27) auf Facebook zu den Königsblauen. Und das ist eine richtige Liebeserklärung an den Verein, für den der Weltmeister seit 14 Jahren spielt.

„Als Kapitän der Mannschaft werde ich meinen Beitrag leisten, dass wir mit einem ambitionierten Trainer, mit dem ich mich in den letzten Tagen intensiv und extrem gut ausgetauscht habe, und jungen, hungrigen Spielern eine neue Ära des FC Schalke 04 prägen“, schrieb Höwedes am Montagabend: „Ich bin dankbar für einen Verein zu spielen, dessen Herz aus Fleisch und Blut ist. Ich werde alles geben, dass wir an die gemeinsamen Erfolge anknüpfen. Es wird Zeit, dass wir Taten sprechen lassen.“

Wie Heldt en passant bestätigte, verzichtete Weltmeister Benedikt Höwedes auf den Gebrauch einer Vertragsklausel, die ihm einen vorzeitigen Vereinswechsel für eine festgeschriebene Ablöse von 17 Millionen Euro ermöglicht hätte. Es erhöht die Erfolgsaussichten für Breitenreiter und Heldt, dass ein Leistungsträger erhalten bleibt.

Denn allein beim Blick auf die zahlreichen Fotografen dürfte es dem 41 Jahre alten Fußball-Lehrer gedämmert haben, auf welches Abenteuer er sich eingelassen hat. Demonstrativ betrieb er Eigenwerbung: „Ich glaube nicht, dass dieser Schritt für mich zu groß ist. Auch als ich nach Paderborn kam, gab es kritische Stimmen. Da kommt einer aus der Regionalliga. Am Ende standen die zwei erfolgreichsten Jahre der Vereinsgeschichte.“

Beim schlagzeilenträchtigen Trainercasting des Revierclubs machte der Außenseiter das Rennen. Mit fast jeder Silbe versuchte Manager Horst Heldt den Eindruck zu entkräften, dass Breitenreiter nach den Absagen von Markus Weinzierl (Augsburg) und den misslungenen Verhandlungen mit Belgiens Nationalcoach Marc Wilmots nur dritte Wahl ist: „Am Ende haben sich zwei Favoriten herauskristallisiert. Weinzierl und Breitenreiter. Einer sitzt heute hier.“

Dennoch gilt die Entscheidung als mutig. Schließlich coachte Breitenreiter noch vor fünf Jahren die F-Jugend des TuS Altwarmbüchen. Auch die Stationen bei Viertligist TuS Havelse und in Paderborn prädestinierten ihn nicht gerade für ein Traineramt bei einem der deutschen Topclubs. Das kann Breitenreiter jedoch nicht schrecken: „Bisher ist es uns noch immer gelungen, das umzusetzen, was wir uns vorgenommen haben. Und die Menschen sind gleich: Egal ob in Havelse, Paderborn oder Schalke.“

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