Hohe Nachzahlungen befürchtet

WM-Affäre bedroht Gemeinnützigkeit des DFB

Die WM-Affäre wird den DFB auch im neuen Jahr noch gehörig beschäftigen. Womöglich drohen hohe Nachzahlungen. Sportlich zieht Interimschef Koch ein insgesamt positives Fazit. Und er blickt optimistisch Richtung EM 2016.
Sollte der Fiskus dem DFB die Gemeinnützigkeit temporär aberkennen, drohen hohe Nachzahlungen. Quelle: dpa
DFB-Zentrale in Frankfurt

Sollte der Fiskus dem DFB die Gemeinnützigkeit temporär aberkennen, drohen hohe Nachzahlungen.

(Foto: dpa)

BerlinDer Deutsche Fußball-Bund muss womöglich um die Anerkennung seiner Gemeinnützigkeit fürchten. Der DFB werde höchstwahrscheinlich mit Steuernachforderungen konfrontiert werden, meinte Interimspräsident Rainer Koch. Und man müsse alles dafür tun, „dass wir am Ende nicht auch noch für gewisse Zeiträume die Gemeinnützigkeit aberkannt bekommen. Denn dann bedrohen den DFB durchaus sehr erhebliche Zahlungsforderungen, die man auch nicht aus der Portokasse bezahlen kann“, betonte Koch.

Solange ein Verein oder auch ein Verband als gemeinnützig anerkannt ist, genießt er zahlreiche steuerliche Vergünstigungen. Eine befristete Aberkennung könnte für den DFB demnach beträchtliche Zahlungen an den Fiskus nach sich ziehen. Um all das zu vermeiden, betreibt der DFB in der Affäre um die Vergabe der Heim-WM 2006 eine „intensive Aufklärungsarbeit“.

Dabei geht es um eine weiterhin ungeklärte Zahlung in Höhe von 6,7 Millionen Euro an den Weltverband Fifa. In dem Zusammenhang war Wolfgang Niersbach im November vom Posten des DFB-Präsidenten zurückgetreten. Koch und Liga-Präsident Reinhard Rauball führen den größten Sportverband der Welt seitdem interimsweise. „Wirtschaftlich kann man die Folgen noch nicht absehen“, sagte Koch zum Skandal um die Millionenzahlung.

Die Angelegenheit belaste „den gesamten Fußball in Deutschland“, betonte Koch in dem Interview, das der DFB an den Weihnachtsfeiertagen in zwei Teilen auf seiner Homepage veröffentlichte. Sie belaste vor allen Dingen auch die vielen Tausenden Ehrenamtlichen in den 25.000 Vereinen, unterstrich Koch. „Die können gar nichts dafür, leiden aber darunter.“ Deswegen seien sie an der Spitze des DFB „jetzt in der Pflicht“, dass die Umstände aus der Vergangenheit aufgeklärt würden.

Dramatische Tage für die Weltmeister
Zum Jahresabschluss
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Eigentlich wollten sich die deutschen Weltmeister auf das EM-Jahr 2016 einstimmen. Die Vorfreude auf die Länderspiel-Klassiker gegen Frankreich und die Niederlande war groß, als Bundestrainer Joachim Löw mit seinem Team am Montag vergangener Woche in München zusammenkam. Niemand ahnte, welche dramatischen Tage vor Spielern, Trainern und Betreuern liegen würden.

Montag, 9. November
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Mit Werbeaufnahmen für die EM 2016 startet das Team um Kapitän Schweinsteiger in die finale Länderspielwoche 2015. Selbst die pausierenden Mesut Özil und Toni Kroos sind dafür nach München angereist.

Montag, 9. November
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Am Abend kommt die Nachricht vom Rücktritt des DFB-Präsidenten. Bundestrainer Joachim Löw äußert sich darüber „sehr betroffen” vor dem Teamhotel: „Wolfgang (Niersbach) war ein fantastischer Mensch und ein fantastischer Präsident für uns.”

Dienstag, 10. November
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Teammanager Oliver Bierhoff wünscht sich bei der ersten Pressekonferenz der Woche „beherzte Auftritte” gegen den EM-Gastgeber Frankreich und den Erzrivalen Holland. Löw verzichtet aufs Training. Die von Englischen Wochen geschlauchten Spieler sollen Kraft tanken. Keiner ahnt, wofür sie diese am Ende brauchen werden.

Mittwoch, 11. November
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An einem traumhaften Herbsttag trainieren die 24 Akteure im Aufgebot erstmals auf der Anlage des FC Bayern. „Wir wollen Spaß haben und die Atmosphäre aufsaugen”, sagt Thomas Müller am Tag vor der Abreise des DFB-Teams zum EM-Probelauf in Paris.

Donnerstag, 12. November
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Nach der Ankunft in Frankreich äußert sich Löw vor der internationalen Presse voller Vorfreude auf die anstehenden zwei Partien: „Frankreich, Holland – das sind zwei große Namen im Weltfußball.” Er will „testen”, „sehen” und „probieren” für die EM. Am Abend trainiert das Team im riesigen Stade de France.

Freitag, 13. November
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Schreck in der Morgenstunde: Die Mannschaft muss wegen einer Bombendrohung das Hotel räumen, vertreibt sich die Zeit danach auf der Tennisanlage von Roland Garros. Spürhunde finden in der Luxusherberge im Stadtteil Boulogne nichts – Entwarnung.

Sportlich strich Koch die Olympia-Qualifikation der U21 und der Frauen-Nationalmannschaft als positiv heraus. „Ich würde sagen, es war kein herausragend gutes Jahr, aber es war wirklich wieder ein gutes Jahr“, meinte er. Er warnte zwar, dass man sich nicht auf den Lorbeeren von Maracana, sprich dem WM-Titel 2014 in Brasilien, ausruhen dürfe. Mit Blick auf die EM im nächsten Jahr äußerte sich Koch aber zuversichtlich: „Ich bin eigentlich sehr guter Dinge und optimistisch, was unsere Aussicht für die Euro in Frankreich betrifft.“

  • dpa
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