Hooligan-Experten sollen gewalttätige Auseinandersetzungen verhindern
Polizei nimmt Gewalttäter ins Visier

Besonders im Focus der ZIS werden die rund 6000 Hooligans sein, die in ihrer Datei "Gewalttäter Sport" gespeichert sind. "Dies spiegelt die Problemfan-Szene aber nicht 1:1 wieder", berichtet Morbach. Denn die meisten Schlägereien unter Vereinsfans finden nicht mehr in und um den Bundesligastadien statt. "Die prügeln sich auf der grünen Wiese. Wir haben Informationen, dass diese Veranstaltungen eine Art Training sind, um dann die Gewalt in die Öffentlichkeit zu tragen", so der Polizeirat.

Um dies zu verhindern, werden die Fan-Szenen an jedem Bundesliga- Standort von kundigen Polizisten beobachtet und potenzielle Gewalttäter angesprochen. "Wir wollen den Einzelnen aus der Anonymität reißen. Das Wiedererkennen ist die halbe Miete", erklärte Morbach die Präventionsstrategie. Ähnlich wird auch in anderen europäischen Ländern vorgegangen. Deshalb werden zur WM etwa 250 szenekundige Polizisten aus dem Ausland in Deutschland erwartet. Wahrscheinlich werden vorher rund 10 000 ausländische Hooligans in einer weiteren Datei erfasst und ins Visier genommen.

Der Confederations Cup im Juni in Deutschland wird für die ZIS der erste Testlauf für die WM werden. Szenarien von WM-Dimensionen könnten aber nicht durchgespielt werden. "Viele Spiele beim Confederations Cup haben weniger Brisanz als manche Bundesliga- Partien", sagt Morbach.

Viel gewonnen wäre im Kampf gegen den WM-Hooliganismus, wenn es gelänge, ähnlich gute Rahmenbedingungen zu schaffen, wie bei der EM 2004 in Portugal. Dort gab es so gut wie keine Fan-Randale. "Wenn eine freundliche Atmosphäre wie in Portugal herrschen würde, wäre es schwer, Gegner zu finden", meint Morbach. Auszuschließen ist auch nicht, dass sich plötzlich Problemsituationen aufbauten: "Da können Alkohol, Müdigkeit oder das Wetter eine Rolle spielen." Und dies sei unabhängig von Spielpaarungen: "Deutschland gegen die Niederlande wird historisch als Risikopartie angesehen, doch es gab seit zehn Jahren kaum Probleme mehr.

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