HSV verliert gegen Hertha
Zinnbauer vor dem Aus

Es war ein grausames Spiel am Freitagabend zwischen dem HSV und Hertha. Beide Teams waren in der Offensive völlig überfordert, Abstiegskampf pur. Doch Berlin gelang das entscheidende Tor, zum Leidwesen von Joe Zinnbauer.
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HamburgNach einer bitteren Heimniederlage gegen den Abstiegskonkurrenten Hertha BSC muss Josef Zinnbauer um seinen Job als Trainer beim Hamburger SV bangen. Die Hanseaten verloren am Freitagabend zum Auftakt des 26. Spieltags mit 0:1 (0:0) gegen die Berliner und hängen als 15. weiter im Tabellenkeller der Fußball-Bundesliga fest. Vor 53 640 Zuschauer erzielte Sebastian Langkamp in der 84. Minute per Kopfball das Siegtor für die Elf von Pal Dardai, die sich im Überlebenskampf Luft verschaffte. Neben den Punkten verlor der HSV auch Abwehrspieler Cleber, der wegen einer Gelb-Roten Karte beim nächsten Spiel in Leverkusen zuschauen muss.

Auch ohne den Ex-Herthaner Pierre-Michel Lasogga, der zunächst auf der Bank Platz nahm, startete der HSV elanvoll in die von vielen als Abstiegs-Endspiel bezeichnete Partie. In der 6. Minute reagierte Berlins Schlussmann Thomas Kraft bei einem abgefälschten Schuss von Zoltan Stieber glänzend, den folgenden Eckball köpfte der Brasilianer Cleber freistehend über den Kasten. Die nächste Chance bot sich Rafael van der Vaart, den Coach Josef Zinnbauer erstmals seit dem 0:8-Debakel im Februar in München in die Startelf berufen hatte. Der Volleyschuss des Niederländers flog knapp am Pfosten vorbei (15.).

Obwohl mit Ivo Ilicevic wieder mehr Kreativität ins Offensivspiel der Hanseaten Einzug hielt, blieben weitere Torchancen für die Hausherren bis zur Pause aus. In der Abwehr machte Heiko Westermann seine Sache als Linksverteidiger sehr ordentlich, auch wenn er nach seiner Knieprellung aus dem Hoffenheim-Spiel noch Probleme hatte.

Die von der Hamburger Anfangsoffensive beeindruckten Berliner spielten abwartend und lauerten auf Konter. Allerdings konnten sich weder Salomon Kalou noch der beim 3:0 im Hinspiel zweimal erfolgreiche Änis Ben-Hatira entscheidend in Szene setzen. Erst kurz vor der Pause sorgten die Gäste erstmals für Gefahr vor dem HSV-Tor, als ein Schuss von Ben-Hatira abgeblockt wurde. So verbrachte Rene Adler einen weitgehend ruhigen Abend im Hamburger Tor. Der Ex-Nationalkeeper kam für den gesperrten Jaroslav Drobny in die Mannschaft und stand erstmals seit August wieder in der Startelf.

Auch nach Wiederbeginn warteten die Fans in der zerfahrenen Begegnung vergebens auf spielerische Glanzpunkte. Die Hamburger zeigten viel Engagement und wussten kämpferisch zu überzeugen. Allerdings gelangen den Hausherren nur selten Kombinationen über mehr als drei Stationen. Auf der anderen Seite ergriffen die Berliner selten die Initiative und schienen mit einem Punktgewinn zufrieden zu sein.

Mit Lasogga für Ilicevic versuchte Zinnbauer nach gut einer Stunde das immer mehr erlahmende Angriffsspiel seiner Mannschaft wieder zu beleben. Doch an diesem Abend nahmen die Hamburger nicht einmal die Geschenke an: Nach einem Fehler von John Anthony Brooks zögerte Ivica Olic zu lange mit dem Abschluss (69.). Auf der Gegenseite reagierte Adler bei einem Schuss von Genki Haraguchi gut (74.), doch gegen den platzierten Kopfball von Langkamp war auch er machtlos.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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