Fußball
HSV will wieder nach vorne schauen

Nach den Turbulenzen in der Bundesliga will der Hamburger SV heute zum Auftakt der Uefa-Pokal-Gruppenphase in Sofia wieder an die positiven Schlagzeilen der ersten Saisonwochen anknüpfen. Die Partie beginnt um 20.15 Uhr.

Der Trainer muss auf die Tribüne, aber der Topstar darf noch einmal ran: Während es Thomas Doll verboten ist, den Hamburger SV während der Uefa-Cup-Partie am Donnerstag bei Zska Sofia (20.15 Uhr/live im DSF) zu betreuen, kann immerhin Rafael van der Vaart im Mittelfeld noch einmal die Fäden ziehen, bevor er in der Bundesliga drei Spiele aussetzen muss.

"Das sind im Moment keine schönen Tage für den HSV", meinte van der Vaart. Sperren und Sanktionen bestimmen zur Zeit bei den Hamburgern die Personalpolitik. Schließlich steht auch Abwehrspieler Khalid Boulahrouz in der bulgarischen Hauptstadt wegen seiner Gelb-roten Karte in Kopenhagen nicht zur Verfügung.

HSV will wieder nach vorne schauen

"Gut, dass jetzt schnell wieder ein Spiel auf dem Programm steht", sagt Sportchef Dietmar Beiersdorfer. Die Turbulenzen nach dem Bundesligaspiel am vergangenen Samstag gegen den VfL Wolfsburg (0:1), die zu den Sperren für van der Vaart und Guy Demel führten, sollen durch positive Ergebnisse auf dem Platz wieder in Vergessenheit geraten.

Im Hotel wird Doll seine Manschaft exakt einstimmen und Co-Trainer Ralf Zumdick genaue Pläne in die Hand geben, was in welcher Situation zu tun ist. Ob er selbst per Handy eingreift wie einst Huub Stevens bei Hertha BSC oder per Laufbursche und Zettel wie Jose Mourinho bei Chelsea, ist offen. Das hängt sicherlich auch vom Spielverlauf ab und davon, wie man den Adleraugen der Uefa-Beobachter entgehen kann. "Der Kontakt zum Trainer ist verboten", sagt Beiersdorfer, "wir werden uns daran halten."

"Sofia ist sicher Favorit gegen uns"

Am Mittwochnachmittag ist der HSV-Tross in Sofia eingetroffen, wo heute vor 22 000 Zuschauern im ausverkauften Hexenkessel des Armeestadions das erste Match in der Gruppenphase auf dem Plan steht. "Sofia ist sicher Favorit gegen uns", meint Doll und versucht damit, den Druck von seiner Mannschaft zu nehmen: "Die Bulgaren haben in der Liga sieben von acht Spielen gewonnen und Leverkusen mit zwei Zu-Null-Siegen ausgeschaltet."

Sein Team aber hat in dieser Saison auswärts noch nirgendwo verloren. Und die HSV-Bilanz gegen Zska im Europacup ist großartig: vier Spiele, vier Siege, 12:2 Tore. 1984 und 91 triumphierte der Klub gegen den bulgarischen Rekordmeister. Zska-Trainer Miodrag Jesic sind die alten Statistiken jedoch völlig egal: "Wir wollen die Partie gewinnen, schließlich haben wir schon eine deutsche Mannschaft besiegt." Unterstützt wird er in seinem Optimismus vom ehemaligen Zska- und HSV-Star Jordan Letschkow: "Der HSV ist natürlich ein großer Name im Fußball, aber ein Erfolg von Zska ist möglich. Ein Sieg wäre kein Wunder."

Personalprobleme auf beiden Seiten

Während Jesic seine stärkste Mannschaft um den marokkanischen Mittelfeldstar Mourad Hdiouad aufbieten kann, muss Doll neben Boulahrouz auch auf dessen potenziellen Vertreter Bastian Reinhardt (Oberschenkel) sowie Naohiro Takahara (Grippe) verzichten. Im Angriff soll wieder Emile Mpenza statt Benjamin Lauth neben Barbarez stürmen. "Emile soll seine internationale Erfahrung in die Waagschale werfen und kann in Sofia sehr wichtig für uns werden", meinte der HSV-Trainer.

© SID

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