Hummels will zu Bayern Borussia Dortmund gibt ihn noch nicht frei

Mats Hummels will die Borussia aus Dortmund in Richtung München verlassen. Der BVB hat die Wechselabsichten des Nationalspielers jetzt bestätigt. Für den BVB geht es nun wohl nur noch um die Höhe der Abfindung.
Update: 28.04.2016 - 17:38 Uhr
Es zieht ihn in die Heimat zurück – er will zu den Bayern nach München. Quelle: dpa
Mats Hummels

Es zieht ihn in die Heimat zurück – er will zu den Bayern nach München.

(Foto: dpa)

DortmundDer Wechsel von Mats Hummels von Borussia Dortmund zum FC Bayern hängt jetzt nur noch an der Ablösesumme. Der Fußball-Weltmeister habe den BVB um die Freigabe für einen Wechsel nach München gebeten, teilte der börsennotierte Bundesligist am Donnerstag in einer Ad-hoc-Mitteilung mit. Hummels wolle zur kommenden Saison zum deutschen Rekordmeister wechseln. Der Vertrag des Abwehrspielers beim BVB läuft noch bis 2017.

Die Dortmunder machten ihre Zustimmung von einer Einigung über die Ablösesumme abhängig. Die Bayern müssten dem BVB „ein dem außerordentlichen fußballerischen und sonstigen Stellenwert des Spielers entsprechendes, äußerst werthaltiges Angebot unterbreiten“, hieß es in der Mitteilung. Bislang habe der Bundesliga-Tabellenführer noch kein Angebot eingereicht. Es wird spekuliert, dass die Dortmunder mindestens 30 Millionen Euro an Ablöse erwarten.

Wohl auch deshalb wies die Borussia darauf hin, dass Hummels keine Ausstiegsklausel aus seinem Vertrag besitzt. BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke hatte jedoch jüngst angedeutet, dem Nationalspieler bei einem entsprechenden Angebot die Freigabe für einen Wechsel zu den Bayern nicht wie einst Topstürmer Robert Lewandowski verweigern zu wollen.

Watzke hatte bereits Verständnis für den Wunsch von Hummels erkennen lassen, in seine frühere sportliche Heimat zurückzukehren. „Diese persönlichen Momente, dass er mit dem Club noch nicht fertig ist. Dass sein Vater, seine Mutter, sein Bruder in München wohnen. Seine Frau aus München ist, er selbst Münchner ist - da kommt schon eine ganze Menge an Komponenten zusammen“, hatte Watzke zu Wochenbeginn gesagt.

Auch Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge bestätigte bereits vor der Champions-League-Reise zu Atlético Madrid erste Kontakte zu Hummels. Nach den Zerwürfnissen zwischen beiden Clubs wegen der Transfers von Mario Götze und Lewandowski wünschen sich die Bayern diesmal jedoch eine einvernehmlichere Lösung. „Ich möchte das doch ordentliche Verhältnis, das wir in den letzten zwei Jahren aufgebaut haben, nicht durch eine unbedachte Äußerung beschädigen“, hatte Rummenigge gesagt.

Im Zuge des Hummels-Geschäfts könnte auch die Rückkehr von Götze nach Dortmund konkreter werden. Götzes Vertrag bei den Bayern läuft noch bis 2017, ein vorzeitiger Abschied im Sommer gilt jedoch als wahrscheinlich. Die Dortmunder hatten bereits Interesse an einer Rückholaktion signalisiert.

Der Retter von Borussia Dortmund
Hans-Joachim Watzke
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Am 11. Februar 2005 nahm Hans-Joachim Watzke als Manager bei Borussia Dortmund die Arbeit auf. Vier Tage später ernannte die Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA Watzke zum neuen Geschäftsführer. Zuvor war Watzke bereits seit 2001 Schatzmeister des Vereins gewesen. Schulden in Höhe von 98 Millionen Euro hatten den Verein an den Rand der Insolvenz gebracht. Nun galt es, den Verein zu retten. Damit es so weit kommen konnte, musste in den Jahren zuvor einiges schief gelaufen sein bei Borussia Dortmund...

Oktober 2000 - Der BVB geht an die Börse
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Im Jahr 2000 geht Borussia Dortmund als erster deutscher Bundesligaverein an die Börse. Insgesamt platziert der Verein 13,5 Millionen Borussia-Aktien. Fans und Banker greifen zu und verschaffen dem Verein Emissionserlöse in Höhe von 143 Millionen Euro.

Basis für die Texte: Das große Geschichtsbuch von Dietrich Schulze-Marmeling zu Borussia Dortmund

Oktober 2000
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Der damalige Präsident Gerd Niebaum sieht im Börsengang eine Stärkung der Unabhängigkeit des BVB. Durch den Börsengang habe man sein „Tafelsilber nicht verkauft, sondern erheblich erweitert.“ Durch die Stärkung des eigenen Kapitals könne der Verein nicht nur seine eigenen Abwehrkräfte gegenüber Übernahmebestrebungen, sondern auch aufgegebene Felder zurückerobern. Beispielsweise das eigene Stadion.

Mai 2002: Dortmund wird Meister
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Die Borussen-Fans haben gute Laune. Am letzten Spieltag der Saison 2001/2002 können noch drei Bundesliga-Teams Deutscher Meister werden, doch der BVB entscheidet den Titelkampf für sich, indem der Verein am 4. Mai das Heimspiel gegen Werder Bremen für sich entscheidet.

September 2003: Lohnkürzung für Star-Kicker
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Nachdem schon die Champions-League-Quali am letzten Spieltag der Saison 2002/2003 verpatzt ist, scheitert der BVB auch in der Nach-Qualifikation gegen Brüssel im September 2003. Präsident Niebaum ist erzürnt. Niemand hat die Nichtteilnahme an der Champions League wirklich in Erwägung erzogen. Dies wirkt sich fatal auf die Vereinsfinanzen aus. Ein Alptraum nimmt Konturen an.

Schon kurz nach dem Aus in der Königsklasse konfrontiert die BVB-Führung ihre kickenden Angestellten mit einem spektakulären Notplan: 20 Prozent des vertraglich vereinbarten Festgehalts sollen in eine leistungsabhängige Zahlung umgewandelt werden. Bei den Spielern stößt diese Ankündigung nicht auf Gegenliebe. Einige Spieler sträuben sich.

November 2003
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Die größte Krise in der Vereinsgeschichte nimmt ihren Lauf: Um den Ausfall der ersten Gruppenphase der Champions League finanziell zu kompensieren, hätte der BVB ins UEFA-Cup-Finale einziehen müssen. Doch auch im UEFA-Cup sollte sich der BVB nicht lange aufhalten, denn der französische Provinzclub FC Sochaux sorgte für das frühe Ausscheiden der Borussia. Auf einmal sieht es um die Zukunft des BVB ganz düster aus. Die Winterpause wird von Enthüllungen über eine dramatische schwarz-gelbe Finanzkrise dominiert. Von Horrorschulden, Bilanztricks und Finanzchaos ist die Rede.

Dezember 2003
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Im Dezember scheint die Entmachtung von Präsident Gerd Niebaum beschlossene Sache, doch Niebaum will nach 18-jähriger Regentschaft das Zepter beim BVB nicht aus der Hand geben. Energisch tritt der 55 Jahre alte Chef des finanziell schwer angeschlagenen Fußball-Bundesligisten Berichten entgegen, wonach er auf Druck von Großaktionär Florian Homm bereits schriftlich zugesichert habe, mit dem Auslaufen der Amtsperiode im Jahr 2006 den Dienst als Geschäftsführer der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA zu quittieren. Einen früheren Abschied schließt Niebaum kategorisch aus.

  • dpa
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