„Ich danke Gott für diesen Sieg“
Argentinien feiert, Mexiko trauert

Während Argentiniens Fußball-Legende Diego Maradona schon dem Viertelfinale gegen Deutschland entgegenfiebert, ist bei den bei Mexiko und Argentinien erst einmal die Verarbeitung des Achtelfinales angesagt.

"Die Partie gegen Deutschland wird das Spiel der Spiele dieser WM", tönte Argentiniens Volksheld Diego Maradona, von den Freudentänzen mit Tochter Gianina erschöpft, mit Blick auf das Viertelfinale. "Ich danke Gott für diesen Sieg, das ganze Land ist glücklich. Jetzt wird erstmal gefeiert", ergänzte "Dieguito" nach dem 2:1 (1:1, 1:1) des zweimaligen Weltmeisters nach Verlängerung gegen Mexiko.

Erst ein Traumtor von Maxi Rodriguez in der 98. Minute erlöste die Albiceleste und sorgte für einen kollektiven Freudentaumel in der Heimat. "Das war das Tor meines Lebens", sagte der 25 Jahre alte Mittelfeldakteur von Atletico Madrid. In Buenos Aires tanzten und sangen die himmelblau-weißen Fans ausgelassen auf den regennassen Straßen, hupende Autos sorgten für ohrenbetäubenden Lärm. Am berühmten Obelisk auf der "Avenida neun de Julio" - der Tag des Endspiels ist zugleich ein Nationalfeiertag - stiegen Feuerwerksraketen in den Himmel.

"Diese Truppe hat Hunger auf mehr"

"Diese Truppe hat Hunger auf mehr. Die Jungs tragen ihr Trikot mit Stolz", meinte Coach Jose Pekerman: "Wir müssen uns sicherlich noch steigern. Deutschland und Argentinien haben großen Respekt voreinander. Wir erwarten ein großes Spiel. Und, dass wir weiterkommen. Ich glaube, ich weiß auch schon, wie wir das schaffen." Dazu Rodriguez: "Dafür müssen wir aber mehr riskieren als gegen Mexiko."



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Die müden Helden saßen trotz des Kraftaktes vor 43 000 Zuschauern im Zentralstadion bis 5.00 Uhr morgens im Saal "Weimar I" im ersten Stock des Leipziger Renaissance-Hotels beisammen. Spielmacher Juan Riquelme an seinem 28. Geburtstag und Jungstar Lionel Messi, der 19 Jahre alt wurde, waren für die Getränke verantwortlich.

"Prinz Maximo. Genial, erhaben, sensationell"

Die Sportzeitung Ole feierte in erster Linie den Schützen des Siegtores: "Prinz Maximo. Genial, erhaben, sensationell". Der 25-Jährige selbst erklärte: "Den Treffer widme ich meiner Familie, meinen Mannschaftskollegen und allen unseren Fans."

Nun besteht am kommenden Freitag (17.00 Uhr) in Berlin im Duell mit den "Klinsmännern" sogar die Chance zur Revanche. Unvergessen sind die Bilder des weinenden Maradona, als Deutschland im Endspiel vor 16 Jahren in Rom mit einem 1:0 den Traum vom zweiten WM-Titel in Folge zerstörte. "Das wird keine Rache für 1990. Das haben wir nicht im Hinterkopf. Es sind andere Spieler, andere Zeiten", meinte Stürmer Javier Saviola: "Aber es ist schön, dass Maradona dabei ist und die Mannschaft unterstützt. Das hilft uns sehr."

Nur ein Argentinier war an diesem Fußballabend unendlich traurig. Ricardo La Volpe, dessen Vertrag als Cheftrainer bei den Mexikanern ausläuft, meinte: "Eine großartige Einzelleistung hat entschieden. Wir haben unser Ziel, das Viertelfinale, erneut verpasst." Der Abschied des in Mexiko ohnehin umstrittenen und unbeliebten "El Fluppe", einst als dritter Torwart mit Argentinien 1978 Weltmeister, ist offenbar besiegelt.

"Ich war mit dem Fuß dran, das war mein Tor."

Dabei hatten die Mexikaner den Favoriten "Gigantinien" an den Rand einer Niederlage gebracht. Kapitän Rafael Marquez brachte die El Tri bereits in der sechsten Minute in Führung. Vier Minuten später beförderte der von Hernan Crespo bedrängte Jared Borgetti den ersten Eckball der Argentinier unglücklich per Kopf zum Ausgleich ins eigene Tor. Allerdings reklamierte Crespo den Erfolg für sich: "Ich war mit dem Fuß dran, das war mein Tor." Das sah der Weltverband Fifa offensichtlich ebenso und führt ihn offiziell als Schützen.

Am Ende der regulären Spielzeit hatten die Gauchos Pech, als ein regulärer Treffer des eingewechselten Messi wegen angeblichen Abseits nicht anerkannt wurde. In der Verlängerung sorgte dann Rodriguez für die Entscheidung. Eine Flanke von Kapitän Juan Sorin nahm er mit der Brust an, versenkte den Ball mit einem Volleyschuss von der Strafraumgrenze im langen Eck und versetzte nicht nur Maradona in einen Glücksrausch.

© SID

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