„Ich habe in seinem Alter noch nie einen talentierteren Spieler gesehen“
Ein 16-Jähriger auf den Spuren von Pele

Bereits als Freddy Adu zehn Jahre alt war, bot Inter Mailand dem "Fußballwunderkind" ein sechsstelliges Jahresgehalt. Mit 14 Jahren debütierte er in der amerikanischen Profiliga. Jetzt freut sich der 16-Jährige auf die WM.

HB LOS ANGELES. Er gilt als "Soccer-Wunderkind" und ist seit mehr als einem Jahr das Aushängeschild der US-Fußball-Profiliga MLS (Major League Soccer). Bei der WM 2006 in Deutschland könnte der 16-jährige Freddy Adu einer der Stars werden. US-Coach Bruce Arena hat den offensiven Mittelfeldspieler von Washington D.C. United vor kurzem erstmals für das Trainingslager der Nationalmannschaft im Januar ins kalifornische Carson eingeladen. "Ich habe in seinem Alter noch nie einen talentierteren Spieler gesehen als Freddy", meinte Arena. Sechs Tage vor WM-Beginn wird Adu 17 - so alt wie Pele bei seinem WM-Debüt.

Ist der Druck erst potenziert, spielt es sich ganz ungeniert. Die Art und Weise, wie Adu mit dem Ball und den Erwartungen der Öffentlichkeit umgeht, ist gleichermaßen beeindruckend. O-Ton Adu: "Ich sehe mich eines Tages in einem WM-Finale mit dem US-Team und ich sehe, wie wir als Außenseiter den favorisierten Gegner vorführen und den WM-Titel holen. Und wenn ich dann den WM-Pokal in die Höhe stemme, macht jemand ein Foto. Oh Mann, das wäre riesig." Wenigstens bei solchen Aussagen kommt die erfrischende Unbekümmertheit eines Teenagers durch, der mit seiner Platz-Reife schon seit mehr als einem Jahr im Erwachsenenfußball gestandene Profis verwirrt und narrt.



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"Freddy hat's echt drauf. In Amerika würde man sagen, er ist der "Real Deal", sagte US-Kapitän Claudio Reyna, und der ehemalige Leverkusener Landon Donovan meinte: "Freddy ist mit seiner Spontanität, seinem Spielwitz, seinem Speed und seinen technischen Fähigkeiten eine Bereicherung für jedes Team." Das Lob der Kollegen ist verständlich. Als 14-Jähriger hat Adu sein Profi-Debüt in der MLS gefeiert. Als 13-Jähriger hatte er seinen ersten Sponsorenvertrag mit einem US-Sportartikelhersteller (Nike) unterschrieben und kassiert seitdem dafür eine Million Dollar pro Jahr. Das verlockende Angebot von Inter Mailand, für ein sechsstelliges Jahressalär die Entwicklung ihres Sohnes in Mailand voranzutreiben, hatte Mutter Emelia allerdings abgelehnt. Schließlich war Klein-Freddy damals erst zehn.

Der in Ghana geborene Adu als Entwicklungshelfer des US-Fußballs? "Warum nicht?", fragte sein berühmter Onkel, Ex-HSV-Profi Anthony Yeboah, "ich bin stolz auf ihn. Freddy hat ein unglaubliches Potenzial." Im Vorjahr wurde Adu US-Meister mit D.C. United, in diesem Jahr führte er die amerikanische U-20-Nationalmannschaft immerhin ins Achtelfinale der Jugend-WM. Schwer vorstellbar, dass das 1,73 Meter große Riesentalent erst im Alter von zehn Jahren mit organisiertem Fußball begonnen hat - zwei Jahre, nachdem Famile Adu Ghana verlassen hatte.

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