Im Gespräch mit: Theo Zwanziger
„Spanien ist ein sehr schwerer Gegner“

Vor dem Finale der Euro hat sich DFB-Präsident Theo Zwanziger zufrieden über das Auftreten der deutschen Nationalmannschaft geäußert. Im Endspiel gegen Spanien sieht er die DFB-Auswahl allerdings nicht in der Favoritenrolle.

"Welchen Imagegewinn hat der deutsche Fußball durch den Finaleinzug der Nationalmannschaft erhalten?"

"Es ist ganz wichtig, dass man den Erfolg im Zusammenhang mit der WM 2006 betrachtet. Damals hat unsere Mannschaft sowohl in sportlicher, finanzieller als auch gesellschaftlicher Hinsicht für einen Aufschwung gesorgt, den man in diesen Dimensionen vor dem Turnier nicht erwarten konnte. Nun hat sie als Gast in Österreich und der Schweiz dafür gesorgt, dass der Stellenwert des deutschen Fußballs nicht nur bestätigt, sondern sogar noch vergrößert wurde. Das sieht man auch an der Begeisterung der weiblichen Fans, die immer mehr zunimmt. Unter dem Strich bleibt positiv festzuhalten, dass der Fußball in Deutschland mittlerweile ein gesellschaftliches Großereignis geworden ist, was unter anderem auch die TV-Einschaltquoten und die Besucherzahlen auf den Fanmeilen belegen. Dazu hat unsere Mannschaft mit ihren Leistungen beigetragen. Wir müssen und werden aber bescheiden bleiben - der Fußball ist wichtig und populär. Wir müssen uns mit allem, was der DFB tut, in den Dienst unserer Gesellschaft stellen."

"Apropos Leistungen. Musste man nicht bislang bei der Euro konstatieren, dass bei der deutschen Mannschaft mehr die alten Tugenden greifen als die seit Jürgen Klinsmann propagierte neue Philosophie mit attraktivem und offensiv ausgerichteten Spiel?"

"Ich denke nicht, dass viel von der neuen Philosophie verlorengegangen ist. Wir sind bei einer Europameisterschaft, die im Vergleich schwieriger als eine Weltmeisterschaft ist. Da kann man ganz schnell nach der Vorrunde ausscheiden, wie es einigen vermeintlichen Favoriten ja ergangen ist. Bei einer EM ist das Niveau von Beginn an sehr hoch. Deshalb kann man nicht durchgängig seine spielerische Dominanz zeigen, weil man auch auf unterschiedliche Gegner trifft, die selbst ihre individuellen Stärken haben. Gegen Portugal haben wir gezeigt, was wir können. In anderen Spielen ist uns das nicht so gut gelungen, da hat die Mannschaft aber andere Qualitäten bewiesen und ihre kämpferischen Tugenden gezeigt. Es ist doch gut, wenn man spielerisch und kämpferisch top sein kann. Bei den vergangenen beiden EM-Turnieren war in der entscheidenden Phase von beidem nichts zu sehen."

"Was erwarten Sie vom Finale?"

"Ich bin überzeugt davon, dass unsere Mannschaft noch einmal alles geben wird. Sie hat den unbedingten Willen, das Finale zu gewinnen. Aber wir sind nicht so vermessen, uns als Favoriten zu betrachten. Spanien ist ein sehr schwerer Gegner."

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