In der Abwehr souverän - im Angriff eiskalt
„Miro ist einfach hungrig auf Tore“

Die deutsche WM-Party geht weiter. Mit einem souverän herausgespielten 3:0 (2:0)-Erfolg gegen Ecuador hat sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft den Sieg in der Vorrundengruppe A gesichert und kann nun wie erhofft ihr Achtelfinale am Samstag (17 Uhr) in München bestreiten. Dort treffen die Klinsmann-Kicker auf Schweden, das nach einem 2:2 gegen England die Vorrunde als Zweiter der Gruppe B beendete. Ecuador bekommt es am Sonntag dann mit den Briten zu tun.

BERLIN. Der klare Erfolg gegen die Südamerikaner war erneut mehr wert als nur drei Punkte für das deutsche Team, das damit den erfolgreichsten Start in ein WM-Turnier seit 1970 in Mexiko hinlegte. Er war zum Beispiel wichtig für die Mannschaft, weil sie ihr Selbstvertrauen weiter stärken konnte und das DFB-Team nun mit noch breiterer Brust ins Achtelfinale gehen kann. "Das war zwar heute ein ganz anderes Spiel als gegen Polen, sowohl vom Druck her als auch vom Tempo. Aber wir erarbeiten uns mit jedem Sieg ein bisschen mehr Respekt bei der Konkurrenz", stellte Bundestrainer Jürgen Klinsmann nach dem Spiel zufrieden fest. Zugleich warnte er aber auch: "Die WM geht jetzt eigentlich erst richtig los. Und wir wir wissen, dass im Achtelfinale ganz ander Kaliber auf uns warten, Ecuador war dafür heute kein Maßstab. Aber die Mannschaft hat einen Glauben an sich gewonnen, dass sie keinen Gegner der Welt fürchten muss, wenn sie an ihre Grenzen geht."

Der Sieg war aber auch wichtig für die Fans, weil er die Euphorie weiter anheizt, sie wieder ein Fußballfest erlebten und weiter vom vierten WM-Titel träumen dürfen. Und er war wichtig für Lukas Podolski, der endlich seine Torflaute beendete.

Es war die 57. Minute im mit 72 000 Zuschauern ausverkauften Berliner Olympiastadion, als für ihn die WM erst richtig begann. Was war in den letzten Tagen nicht alles auf ihn eingestürzt: Kritik an seiner Leistung, Ärger um eine Radio-Comedy, Schlagzeilen um angeblichen Zoff mit Sturmpartner Miroslav Klose - in dieser Sekunde, als Bernd Schneider nach einem von Schweinsteiger eingeleiteten tollen Konter zentimetergenau auf seinen Fuß passte und der 21-Jährige zum 3:0 einschoss, fiel das alles von ihm ab. Endlich war es da, das erlösende erste Tor. Podolski wollte die Sache anschließend aber nicht dramatisieren. "Ich bin natürlich sehr zufrieden. Aber auch wenn ich kein Tor geschossen hätte, wäre das nicht schlimm gewesen. Ich habe immer gesagt, dass die Mannschaft gewinnen muss. Nur das zählt." Etwas mehr freute sich da schon Klinsmann: "Für einen Torjäger sind Tore immer die beste Medizin. Aber wir waren immer und sind von den Qualitäten von Lukas überzeugt."

Dass der Sieg der deutschen Mannschaft, in der der DFB-Coach mit Huth für den am Knie angeschlagenen und außerdem mit Gelb vorbelasteten Metzelder nur eine Änderung vorgenommen hatte, zum Zeitpunkt von Podolskis Tor kaum noch in Frage stand, lag vor allem an einem Mann: Miroslav Klose. Der Stürmer von Werder Bremen brannte von der ersten Minute an förmlich auf weitere Treffer. Kraftvoll und energisch ging er jedem Ball nach und wurde mit seinen Turniertoren drei und vier für seinen tollen Auftritt belohnt. Anchließend zeigte er auch den ersten Salto des Turniers, den er sich nach eigener Aussage für wichtige Treffer vorbehält. "Miro ist einfach hungrig auf Tore", lobte auch Klinsmann seinen Stürmer. "Ich wünsche ihm weiter so einen Lauf."

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