„In der Szene scheinen sich regelrecht Paten etabliert zu haben"
Wettskandal droht neue Dimension

Nach Informationen des ARD-Magazins „Plusminus“ ein deutscher Nationalspieler in den Fußball-Wettskandal verwickelt sein. Sollten sich die Informationen des Magazins, die angesichts der Quellenlage bislang mit Vorsicht zu genießen sind, bewahrheiten, würde der Wettskandal in eine ganz neue Dimension vorstoßen.

HB HAMBURG. „Laut Insider-Informationen, die der Redaktion vorliegen“ sollen mehrere Bundesligaspieler, darunter auch ein Nationalspieler, „mit der so genannten Wettmafia zusammenarbeiten“, heißt es auf der ARD-Internetseite. Mehrere Monate hätten Mitarbeiter in der illegalen Wettszene recherchiert. „In der Szene scheinen sich regelrecht Paten etabliert zu haben - mit anscheinend guten Kontakten zur Profi-Fußballern“, heißt es dazu.

Auf Grund der „Plusminus“-Recherchen prüft die Staatsanwaltschaft München I bereits, ein Ermittlungsverfahren durchzuführen. „Wir sind damit befasst“, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch in München. Die Redaktion des Fernsehmagazins „Plusminus“ des Bayerischen Rundfunks sei an die Staatsanwaltschaft mit Informationen herangetreten, die geprüft würden. „Momentan können wir noch nicht sagen, ob etwas dran ist oder nicht. Wir sammeln Informationen und prüfen, ob ein Anfangsverdacht gegeben ist“, ergänzte er. Die Sammlung und Prüfung von Informationen würde aber noch einige Tage in Anspruch nehmen. Auf Erkenntnisse über eine Verwicklung eines Nationalspielers angesprochen, sagte der Sprecher: „Wir haben keine konkreten Informationen hierzu.“ Und ergänzend: „Wir werden und können keine Namen nennen.“ Die Einschaltung der Münchner Staatsanwaltschaft habe nichts mit den Bundesliga-Vereinen in der Landeshauptstadt zu tun.

Die Direktion Recht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat im Laufe des Mittwochs Kontakt zur Staatsanwaltschaft München aufgenommen. DFB-Chefjustiziar Goetz Eilers hat dabei einen Informationsaustausch hinsichtlich konkreter Hinweise verabredet, wie der Verband mitteilte. Der DFB und die Deutsche Fußball Liga (DFL) stünden in ständigem Kontakt und würden vorerst keine weiteren Stellungnahmen in dieser Angelegenheit abgeben, um die laufenden Ermittlungen nicht zu stören, hieß es in einer offiziellen DFB-Mitteilung am Mittwochnachmittag.

Franz Beckenbauer reagierte am Mittwoch ungläubig auf den Magazin-Bericht. „Also, ich kann es mir nicht vorstellen“, sagte der Chef des WM-Organisationskomitees in Berlin. Unabhängig vom Wahrheitsgehalt wirke eine solche Diskussion jedoch zerstörend. „Es wird natürlich um die Welt gehen“, sagte Beckenbauer, „es ist natürlich für unsere Organisation nicht gerade förderlich.“ Gleichzeitig stellte Beckenbauer fest: „Ein deutscher Nationalspieler müsste eigentlich genug Geld verdienen, um auf solche Wett-Abenteuer zu verzichten.“

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