Insider behauptet
Hoeneß soll 400 Millionen auf Schweizer Konto gehabt haben

Die Steuer-Affäre Uli Hoeneß nimmt kein Ende: Eine Woche nach der Verurteilung behauptet ein Insider, dass der Bayern-Boss ein weitaus größeres Vermögen besessen habe als bisher bekannt. Hoeneß bestreitet dies.
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DüsseldorfUli Hoeneß hat 28,5 Millionen Euro Steuern hinterzogen und muss für dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Fall erledigt. Oder doch nicht? Ein Insider behauptet nun: Die wahre Dimension des Falls ist immer noch unbekannt und nicht aufgeklärt. „Die tatsächlichen Beträge, um die es geht, konnte die Justiz gar nicht nachvollziehen. Die meisten Kontounterlagen sind ja erst kurz vor Prozessbeginn vorgelegt worden“, zitiert ihn das Nachrichtenmagazin Stern.

Hoeneß soll demnach zeitweise Werte von 600 Millionen Schweizer Franken auf seinem Konto, also ungefähr 400 Millionen Euro, gehabt haben. „Das Vermögen hat kräftig geschwankt. Da gab es auch kurzfristig Ausschläge in zweistelliger Millionenhöhe.“

Hoeneß bestreitet, ein Vermögen in dieser Größenordnung besessen zu haben. Zudem erklärte er vor Gericht in München, es seien keine Gelder auf andere Konten abgeflossen. Der geheime Informant behauptet das Gegenteil: „Über die Jahre wurden auch immer wieder sehr hohe Beträge auf Konten bei anderen Schweizer Banken transferiert, etwa bei Credit Suisse und Julius Bär“. Wer hinter jenen Nummernkonten steckte, sei allerdings nicht ersichtlich.

Hoeneß soll nicht der einzige Prominente des FC Bayern gewesen sein, der Geld bei der Vontobel hatte, sagt der Ungenannte. „Auch Spieler des FC Bayern hatten ein Konto bei der Bank. Da geht es aber um überschaubare Summen im niedrigen Millionenbereich.“

Die Identität des Informanten bleibt gänzlich ungeklärt. Nicht einmal das Geschlecht wird genannt. Er sei einer derer, die mit ihrem Wissen das Steuerstrafverfahren gegen Uli Hoeneß im Januar 2013 in Gang gebracht hätten, heißt es. Damals hatte der Stern über ein geheimes Fußballkonto mit der Nummer 4028BEA bei Vontobel berichtet. Hoeneß zeigte sich daraufhin selbst an. Das Kürzel BEA steht für das Konto-Passwort „Beaufort“.

Der Bayern-Boss muss in wenigen Wochen die Haftstrafe antreten, am vergangenen Dienstag nahm er aber noch bei einem Mannschaftsfest in München teil. Dabei habe Hoeneß auch zum Team gesprochen, berichtet die „Bild“-Zeitung. „Ich habe das erste Mal in meinem Leben Hass kennengelernt“, soll der ehemalige Bayern-Patron nach Angaben des Blattes gesagt haben.

Außerdem habe er die Spieler gewarnt: „Ihr verdient alle gutes Geld. Macht so etwas nie.“ Der Verein kommentierte den Bericht nicht und verwies darauf, dass es eine private Feier gewesen sei.

Victor Fritzen
Victor Fritzen
Handelsblatt / Freier Mitarbeiter
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ein Grund mehr endlich Steuerabkommen und uneingeschraenkten Datentransfer mit Steueroasen zu realisieren.

    Stattdessen werden Steuerhinterzieher weiterhin von CDU, CSU und SPD gedeckt. Bananenrepublik und Korruption lassen grueßen.

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