Interimscoach gesucht
Rückschlag für Schalke: Kahn sagt ab

Zwei Trainer werden gesucht - zwei Manager-Kandidaten haben abgesagt: Der FC Schalke 04 bleibt die Großbaustelle der Fußball-Bundesliga und kommt bei der Suche nach neuem Führungspersonal nicht voran. Am Freitag gab auch der Top-Favorit für die Müller-Nachfolge, Oliver Kahn, den "Königsblauen" einen Korb. Der Krisenklub muss seine Suche nach Führungsfiguren an allen Fronten ausweiten. Es taucht auch schon ein neuer Name im Kandidatenkarussell auf.

HB GELSENKIRCHEN. "Schalke braucht einen Manager, der 100 Prozent seiner Zeit einbringen kann. Das kann ich allerdings nicht. Mir ist diese Entscheidung sehr schwer gefallen. Schalke ist eine große Herausforderung", sagte Kahn.

Clemens Tönnies nahm die Absage des einstigen Nationaltorhüters mit Verständnis und Bedauern zugleich zur Kenntnis. "Es geht zu diesem Zeitpunkt nicht. Aber das ist nicht schlimm, das reißt uns nicht um", sagte der Schalker Aufsichtsratschef der Deutschen Presse-Agentur dpa. Nach Aussage von Tönnies sprachen die vielen Verpflichtungen des einstigen Nationaltorhüters gegen eine kurzfristige Zusammenarbeit. "Wir hatten inhaltlich eine sehr große Übereinstimmung. Oliver ist hochprofessionell und hat ein gutes Konzept. Er wäre sicher ein großer Gewinn für Schalke gewesen."

Bereits vor Bekanntwerden Absage war die Kandidatenliste für den vakanten Managerposten länger, aber nicht konkreter geworden. Nach Informationen des "Express" haben die "Königsblauen" Kontakt zu Rudi Völler aufgenommen. "Rudi Völler passt. Zu 100 Prozent", sagte Tönnies der Zeitung. Bayer 04 Leverkusen erteilte den Avancen aus dem Revier aber eine deutliche Absage. "Ich habe Rudi Völler gefragt, ob an der Sache etwas dran ist. Und er sagte nein", erklärte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser. "Damit ist das Thema für mich erledigt." Der Ex-Nationalstürmer war bereits als Nachfolger von Uli Hoeneß bei Bayern München im Gespräch.

Abgesagt hatten zuvor bereits Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff, Frankfurts Vorstandsvorsitzendem Heribert Bruchhagen, Wolfsburgs Trainer-Manager Felix Magath und DFB-Sportdirektor Matthias Sammer. Schalkes Ex-Trainer Huub Stevens, der sich selbst ins Gespräch gebracht hatte, wartete vergeblich auf eine Anfrage und erklärte schließlich, dass er nun andere Angebote sondieren werde.

Nur eine Übergangslösung strebt der wankende Revierclub nach der Trennung von Chefcoach Fred Rutten für das Traineramt an. "Es kann nur eine Lösung für neun Spiele sein", erklärte Schalke-Präsident Josef Schnusenberg. "Der Trainer, der die neue Mannschaft aufbauen soll, muss vom neuen Manager ausgesucht werden."

Bei der Suche nach einem Nachfolger des am 9. März beurlaubten Managers Andreas Müller erlebte Tönnies durch den Rückzug seines Top-Favoriten einen Rückschlag. Auch der von dem Fleischfabrikanten ins Spiel gebrachte Rudi Völler, Sportdirektor von Bayer 04 Leverkusen, zeigt offenbar kein Interesse an einem Wechsel ins Ruhrgebiet.

Schalke 04 hatte am Donnerstagabend den Niederländer Rutten mit sofortiger Wirkung beurlaubt. "Ich denke, es war für alle Beteiligten die beste Lösung, Fred Rutten doch sofort zu beurlauben", sagte Schnusenberg. "Er war und ist ein guter Trainer, nur er hat einfach kein Fortune mit seinen Ergebnissen gehabt." Zunächst hatte Schalke - Geschäftsführer Peter Peters dem erfolglosen 46 Jahre alten Coach nur mitgeteilt, dass man in der kommenden Saison nicht mehr auf ihn bauen will. Bei einem Gespräch im Privathaus von Schnusenberg in Rheda- Wiedenbrück erhielt Rutten dann doch den Laufpass.

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