Internationale Champions-League-Vorschau
Real schon mit dem Rücken zur Wand

dpa MADRID/LONDON. Real Madrid steht in der Champions League schon vor dem zweiten Gruppenspiel mit dem Rücken zur Wand. Nach der 0:2-Schlappe bei Olympique Lyon müssen die „Königlichen“ ihre Partie gegen Dynamo Kiew unbedingt gewinnen.

Ein Ausrutscher Reals gegen die als schwächstes Team der Gruppe E eingestuften Ukrainer hätte nicht nur verheerende Folgen für die Chance zum Weiterkommen. Er würde auch die neue Real-Führung um Clubchef Ramón Calderón und Trainer Fabio Capello in eine schwere Krise stürzen.

Schon jetzt hat der italienische Coach mit seinem Team in Spanien keinen leichten Stand - und das, obwohl die Bilanz sich sehen lassen kann: Real gewann sein schweres Auswärtsspiel bei Betis Sevilla 1:0 und schloss in der Primera División zu Tabellenführer FC Barcelona auf. Dennoch mäkelt die Presse beinahe unaufhörlich an der Spielweise der „Königlichen“ herum. „Real spielt im schlimmsten italienischen Stil - ein Tor, und dann alle Mann verteidigen“, schrieb das Sportblatt „As“. „Kapitän Raúl rennt in der Gegend umher wie ein kopfloses Huhn, und David Beckham richtet auch nichts aus.“

Beide Stars werden gegen Kiew möglicherweise nicht auflaufen. Beckham hat eine Halsentzündung, Raúl gilt als Kandidat für die Bank. Dafür kehrt Rechtsverteidiger Michel Salgado für den Brasilianer Cicinho ins Team zurück, der in Sevilla einen Kreuzbandriss erlitt. Gegen Kiew wollen die Asse beweisen, dass sie mit Capello nicht nur verteidigen, sondern auch stürmen können. Das anspruchsvolle Publikum verlangt mehr als ermauerte 1:0-Siege. „Real hat bei Betis zwar gewonnen. Aber dieses Spiel irgendjemandem Spaß gemacht?“, fragt das Sportblatt „Marca“. Weltmeister Fabio Cannavaro verspricht den Fans Wiedergutmachung. „Ich will meine Fehler von Lyon vergessen machen“, so der Italiener. „Wir müssen gegen Kiew unbedingt siegen.“

Der FC Arsenal ist nach dem schlechtesten Saisonstart seit 15 Jahren mittlerweile in Schwung gekommen. Gegen den FC Porto soll der vierte Pflichtspielsieg in Serie her. „Wenn wir Porto schlagen, sind wir schon mit einem Bein im Achtelfinale“, glaubt Trainer Arsène Wenger. Er warnte jedoch vor dem Champions-League-Sieger von 2004: „Portugiesische Team verlieren traditionell selten auf englischem Boden. Das ist eine sehr große Herausforderung.“

Der Franzose plant bereits für die Zukunft. Jens Lehmann, der im November 37 Jahre alt wird und dessen Vertrag am Saisonende ausläuft, soll im Januar Konkurrenz bekommen. Wenger buhlt um den 20-jährigen Oscar Ustari vom argentinischen Erstligisten Independiente. Nach Informationen des „Star“ soll der Keeper, an dem der FC Barcelona auch interessiert ist, über sieben Mill. Euro kosten. Nach der Final- Niederlage im Mai hat Wenger große Ziele: „Der nächste Schritt ist, den Titel zu gewinnen. Nicht ein Mal, sondern zwei oder drei Mal. Nur dann geht man in die Geschichte des europäischen Fußballs ein.“

Im zweiten portugiesisch-englischen Duell strebt Manchester United nach Revanche. Im Vorjahr besiegelte das 1:2 bei Benfica Lissabon den K.o. bereits in der Gruppenphase. Diesmal wollen die Briten mit ihrem zweiten Sieg einen großen Schritt in Richtung Achtelfinale machen. Besonders heiß ist Cristiano Ronaldo, der damals von den Benfica-Fans bei jedem Ballkontakt ausgebuht wurde, sich mit „einem Stinkefinger“ revanchierte und dafür ein Spiel gesperrt wurde. Der Jungstar traf am Wochenende beim 1:1 in Reading und verkündete seine Treue zu „Manu“: „Es stimmt, dass ich nach der WM den Club verlassen wollte. Aber jetzt möchte ich diesem Club meinen Stempel aufdrücken und als einer der größten Spieler in die Geschichte des Vereins eingehen.“

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