Internationale Pressestimmen
Lob und Spötteleien von der internationalen Presse

Von der "gelungene Ouvertüre", wie die französiche L´Equipe schreibt, bis zu einem "Traumstart" (The Sun/England) gehen die internationalen Pressestimmen zum deutschen WM-Auftakt. Für die Abwehr gab es jedoch viel Spott.

Komplimente für den erfolgreichen Auftakt, aber auch einigen Spott für die Abwehrleistung gab es für die deutsche Nationalmannschaft nach dem WM-Auftakt von der internationalen Presse. Den Tenor brachte Englands Fußball-Idol Sir Bobby Charlton auf den Punkt. "Es war ein sehr gutes, ein packendes Spiel. Aber mal ehrlich, keine dieser beiden Mannschaften macht irgendjemandem Angst", erklärte der Weltmeister von 1966.

Die internationalen Zeitungen attestierten dem Gastgeber wahlweise einen "Traumstart" (The Sun/England), eine "gelungene Ouvertüre" (L´Equipe/Frankreich) oder einen "spektakulären Sieg" (Telegraaf/Niederlande), schütteten über die deutsche Abwehr aber kübelweise Häme aus. "Die Defensive war so bemüht, den Fall der Berliner Mauer nachzustellen, dass selbst ein früherer Stürmer von Derby County unbeachtet durch die Trümmer schlüpfen konnte", spottete Englands Daily Mail in Anspielung auf die beiden Gegentreffer durch Paulo Wanchope.

Weniger metaphorisch, aber dennoch sinnverwandt schlug der Guardian in die gleiche Kerbe. "Auf Klinsmann kommen unangenehme Fragen über die Qualität seiner Innenverteidigung zu", stellte das Blatt fest. Die offensichtlichen Abstimmungsprobleme in der Abwehr waren weltweit das beherrschende Thema. "Deutschland rutschte auf der Bananenschale Costa Rica zwar nicht aus, aber Löcher in der Verteidigung können nicht überdeckt werden. Es bleibt das Gefühl zurück, dass das Glas eher halbleer ist", schrieb die englische Times. Liberation aus Frankreich beschrieb "die Abwehr einer Amateurmannschaft".

Hocherfreut über den "Tag des offenen Tores" zeigte sich indes der dreimalige Weltmeister Pele. "Ich bin sehr glücklich, sechs Tore sind der Wahnsinn. Ich hätte am liebsten selbst wieder mitgespielt", schwärmte der erfolgreichste Fußballer aller Zeiten.

Die costa-ricanische Medienlandschaft war sich in indes in der Beurteilung ihres Teams uneins. Diario Extra sah zwar die deutsche Mannschaft "schwach und unter Druck", Costa Rica News kommentierte dennoch ernüchtert: "Costa Rica war nur der Kuchen bei der WM-Eröffnung". La Nacion attestierte den Ticos einen "ehrenvollen Untergang", Al Dia dagegen fand die Niederlage einfach "hässlich".

Ungeteiltes Lob fand dagegen die Weltklasse-Leistung von Philipp Lahm. Argentiniens Fußball-Held Diego Maradona sprühte ob der guten Partie des Münchners vor Begeisterung und holte gleich zum verbalen Ritterschlag aus: "Das war absolut grandios. Er hat perfekt gespielt und ein tolles Tor geschossen. In dieser Form kann er ein Top-Spieler der WM werden."

Der echte Ritter Bobby Charlton, der 1994 von Queen Elizabeth geadelt wurde und sich seitdem "Sir" nennen darf, hatte unterdessen schon längst wieder seine Brille zurechtgerückt und mit dem Blick des Experten die perfekte Zusammenfassung geliefert: "Die Deutschen haben ein paar dumme Tore hergeschenkt, aber trotzdem noch ein gutes Ergebnis erzielt. Was wollen sie mehr?"

© SID

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