Interview
Klinsmann: „Wir schlucken die Pille“

Im Interview kann Fußball-Bundestrainer Jürgen Klinsmann seine Enttäuschung darüber, Matthias Sammer und nicht seinen Wunschkandidaten Bernhard Peters zum Sportdirektor des Deutschen Fußball-Bundes zu machen, nicht verbergen.

Wie kommentieren Sie die Entscheidung des Deutschen Fußball-Bundes gegen Bernhard Peters und für Matthias Sammer als Sportdirektor?

Klinsmann: "Es ist enttäuschend, dass unserem Konzept mit Bernhard Peters keine Rechnung getragen wurde. Es wurde nicht über Inhalte gesprochen, sondern nur über Köpfe entschieden. Es ist klar, wir akzeptieren die Entscheidung, aber wir teilen sie nicht. Das Thema ist durch. Wir schlucken diese Pille und werden uns nur noch mit sportlichen Dingen Richtung WM beschäftigen."

Kritiker bewerten die Entscheidung für Sammer als erste Niederlage für Sie in einer Personalfrage?

Klinsmann: "Damit habe ich kein Problem. Wenn man nur das Vorschlagsrecht hat, muss man immer mit einer Ablehnung rechnen. Ich bin weiter überzeugt davon, dass alle für Bernhard Peters entschieden hätten, wenn sie sich länger und ausführlicher mit unserem Konzept auseinander gesetzt hätten. Durch die öffentliche Diskussion war das nicht mehr möglich. Wir lassen uns den Optimismus nicht nehmen, auch wenn jetzt jemand schreibt, Klinsmann hat auf die Mütze bekommen."

Mit der Bildung eines sportlichen Leitungsgremiums wird ein Punkt Ihres Konzepts umgesetzt. Was soll damit erreicht werden?

Klinsmann: "Wir wollen damit schnellere Entscheidungsprozesse, mehr Dynamik und mehr Ideen. Das war unser Vorschlag. Oliver Bierhoff hat viel Engagement und viel Gedankengut in unser Konzept gesteckt. Mit Sicherheit werden wir jetzt auch mit Matthias Sammer reden, auch wenn uns da einiges zuletzt nicht gepasst hat."

Der DFB will Bernhard Peters noch eine Tätigkeit zum 1. Oktober anbieten. Sehen Sie noch einen Platz für ihn?

Klinsmann: "Das bedingt inhaltliche Gespräche. Man muss sehen, welche Kompetenz man ihm einräumen kann. Es ist sicher ein positiver Fakt, dass sich der Fußball öffnen will, aber es kommt darauf an, welche Aufgaben man ihm zuweisen kann. Wir wollten ihn gewinnen, er hat sich nicht angeboten."

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