Interview mit dem DFB-Präsident
DFB-Boss Zwanziger: "Wir gewinnen das Spiel"

Der Geschäftsführende DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger erklärt im sid-Interview, warum die deutsche Nationalmannschaft das Halbfinale gegen Italien gewinnen wird und spricht über die Pläne nach der Weltmeisterschaft.

DFB-Boss Theo Zwanziger nennt im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) Gründe, warum die deutsche Nationalmannschaft das WM-Halbfinale gegen Italien am Dienstag gewinnt und wie die Pläne für die Zeit nach der Weltmeisterschaft aussehen.

sid: "Am 16. August steht gegen Schweden das erste Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft nach der WM auf dem Programm. Bis wann muss Jürgen Klinsmann sich entscheiden, ob er als Bundestrainer weitermacht oder aufhört?"

Theo Zwanziger: "Ich setze Jürgen Klinsmann keine Frist und lasse ihm die nötige Zeit, nach der WM alles zu überdenken. Klar ist, dass wir am 16. August einen Bundestrainer brauchen, aber diese Diskussion ist derzeit überflüssig. Ich bin ein Mensch, der Jürgen Klinsmann sehr gut kennt, und ich weiß, dass er seine ganze Energie in das Turnier steckt und keinen Gedanken daran verschwendet, was danach kommt. Er ist einfach noch nicht fertig mit seinem Job und will noch zwei Spiele gewinnen. Nur das zählt."

sid: "Aber es sollte doch zeitnah nach der WM Gespräche mit dem Deutschen Fußball-Bund und dem Bundestrainer geben ..."

Zwanziger: "Was heißt nach einem solchen Ereignis zeitnah? Ich weiß doch selbst aus eigener Erfahrung, dass man für sich selbst erstmal einige Zeit benötigt, um abzuschalten und den Kopf wieder freizubekommmen, wenn man zuvor ein großes Projekt bewältigt hat, und das dann sogar noch erfolgreich."

sid: "Sie haben betont, dass es bei einer Absage von Klinsmann nicht mehr so ein Chaos wie nach dem Rücktritt von Rudi Völler vor zwei Jahren geben werde. Verraten Sie uns Ihren Plan B?"

Zwanziger: "Klar ist, dass es auch nach der WM ein Leben geben wird, ob mit oder ohne Klinsmann, werden wir sehen. Unsere oberste Priorität bleibt, mit ihm zu verlängern. Wichtiger als ein freundliches Wort des Präsidenten ist Jürgen Klinsmann ohnehin, wie die Menschen in Deutschland seine Arbeit würdigen und vor allem seine Spieler. Ich glaube, er weiß, was er dem deutschen Fußball und vor allem seinen Spielern schuldig ist."

sid: "Und wenn Klinsmann nicht weitermacht?"

Zwanziger: "Der DFB wird immer einen Bundestrainer haben. Das Allerwichtigste ist, dass die Spielphilosophie von Klinsmann weitergeführt wird. Die Leute sind von diesem Offensivfußball begeistert und würden auch mal eine Niederlage verzeihen. Sie wissen aber alle, dass wir auf dem richtigen Weg sind und diesen nicht verlassen dürfen."

sid: "Zuletzt hat Klinsmann selbst seinen Assistenten Joachim Löw ins Gespräch gebracht. Wäre er eine Alternative?"

Zwanziger: "Ich spreche nicht über Alternativen, weil es im Moment nur einen Weg gibt, nämlich den, Klinsmann zu halten. Tatsache ist aber, dass Joachim Löw ein hochintelligenter Trainer mit einem starken Charakter ist. Neben seinen fachlichen Fähigkeiten schätze ich besonders, dass er sich nicht in den Vordergrund drängt. Es ist eine große Stärke, wenn man sich zurücknehmen kann. Die Wahl von Klinsmann hat sich absolut bewährt."

sid: "Ihr Präsidenten-Kollege Gerhard Mayer-Vorfelder hat zuletzt geäußert, dass er sich trotz anderweitiger Absprache eine weitere Arbeit an verantwortlicher Stelle beim DFB vorstellen kann. Wie bewerten Sie diese Aussage?"

Zwanziger: "Wir hatten vor zwei Jahren einen schwierigen Anfang. Wir wollten eine Zerreißprobe beim DFB verhindern, mussten uns in der Anfangsphase der Doppelspitze aber über die genaue Aufgabenverteilung klar werden, was uns nach den ersten Schwierigkeiten ganz gut gelungen ist. Gerhard Mayer-Vorfelder hat sich nicht nur um den Profi-, sondern auch um den Amateur-Fußball verdient gemacht. Wichtig war zudem, dass die WM zum Höhepunkt seiner Laufbahn wird, das haben wir uns alle für ihn gewünscht. Aber irgendwann ist Schluss, das gilt auch für Mayer-Vorfelder, der ja noch in der Fifa - und Uefa-Exekutive vertreten ist. Die DFB-Doppelspitze endet definitiv im September. Auf dem DFB-Bundestag in Düsseldorf wird es dann Neuwahlen geben, zu denen ich natürlich antreten werde."

sid: "Wie geht das Halbfinale Deutschland gegen Italien aus?"

Zwanziger: "Wir gewinnen das Spiel, nicht nur, weil wir in allen Belangen sehr gut drauf sind. Es gibt zwei Faktoren, die klar für uns sprechen. Erstens spielen wir in Dortmund, wo wir mit der Nationalmannschaft noch nie verloren haben. Und zweitens haben wir noch eine Rechnung mit den Italienern offen. Ich bin mir sicher, dass Jürgen Klinsmann seinem Team einhämmern wird, dass wir das 1:4 von Florenz vergessen machen müssen."

© SID

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