Interview mit dem DFB-Teammanager
Bierhoff: "Begeisterung ist sensationell"

Der Teammanager der deutschen Nationalmannschaft, Oliver Bierhoff, ist vom deutschen Team nach dem Einzug ins WM-Halbfinale begeistert. "Die Welt hat jetzt wieder Angst vor der deutschen Mannschaft", sagte Bierhoff.

Nach dem Einzug ins WM-Halbfinale hat der Teammanager der deutschen Nationalmannschaft, Oliver Bierhoff, das junge deutsche Team noch einmal gelobt. "Mit welcher Begeisterung gerade die jungen Spieler auftreten, ist sensationell", erklärte Bierhoff im Interview.

Frage: "Oliver Bierhoff, Sie haben sich bei den Tumulten nach dem Viertelfinalsieg gegen Argentinien auf dem Platz mitten ins Getümmel geworfen. Was war passiert?"

Oliver Bierhoff: "Ich habe ein Gerangel gesehen. Bevor da etwas Schlimmeres passiert, bin ich dazwischen gegangen. Es gab ein paar Wortgefechte und ein kleines Gerangel, mehr aber nicht."

Frage: "Was hat die Tumulte ausgelöst?"

Bierhoff: "Das ganze Spiel war geprägt von Provokationen. Beim Elfmeterschießen sollen die Argentinier unsere Schützen auf dem Weg zum Elfmeterpunkt beschimpft haben. Tim Borwoski hat sich anscheinend zu einer Geste hinreißenlassen, aber das ist noch lange kein Grund, danach aufeinander loszugehen."

Frage: "Hat das Team mit dem Halbfinal-Einzug Ihre Erwartungen bereits übertroffen?"

Bierhoff: "Was die Mannschaft bisher erreicht hat, ist schon unglaublich und einmalig. Mit welcher Begeisterung gerade die jungen Spieler auftreten, ist sensationell. Aber die Mannschaft weiß, dass sie nur an Titeln gemessen wird. Allerdings hat die Welt jetzt wieder Angst vor der deutschen Mannschaft. Unser Ziel ist, Weltmeister zu werden. Dafür müssen wir noch zwei Brocken aus dem Weg räumen."

Frage: "Sehen Sie die Mannschaft für das große Ziel gerüstet?"

Bierhoff: "Es ist schön zu sehen, wie die Spieler mit den Lobeshymnen und mit der Euphorie umgehen. Es herrscht eine tolle Atmosphäre. Die Mannschaft hat ein sehr hohes Selbstvertrauen und ist sehr konzentriert. Aber wir dürfen jetzt nicht locker lassen und denken, dass wir schon etwas erreicht haben."

Frage: "Am Dienstag geht es im Halbfinale gegen Italien. Ist die 1:4-Niederlage im März eine zusätzliche Motivation?"

Bierhoff: "Vielleicht war es für einige Spieler gut, daraus eine gewisse Wut zu entwickeln. Aber das Spiel ist kein Maßstab für die kommende Partie. Damals haben sie uns in den ersten Minuten überrascht. Es entstand danach ein Chaos. Man hatte sogar das Gefühl, dass man Jürgen (Klinsmann) nach Hause schicken wollte. Aber wir haben nie gezweifelt."

Frage: "Wie stark schätzen Sie den dreimaligen Weltmeister ein?"

Bierhoff: "Sie haben spielerisch vielleicht noch nicht überzeugt, aber effektiv gespielt. Das wird ein ganz harter Gegner. Es werden zwei Teams auf dem Platz stehen, die einen hohen Respekt voreinander und viel Selbstvertrauen in sich selbst haben."

Frage: "Wie verläuft die Vorbereitung auf die Partie?"

Bierhoff: "Die Spieler bekommen jetzt keinen Tag mehr frei. Aber die Trainingsintensität werden wir etwas zurückschrauben, es wird weniger körperlich und mehr im taktischen Bereich trainiert werden. Die Spieler sind in den letzten Wochen sehr stark belastet worden."

© SID

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