Interview mit dem Fifa-Präsidenten
Blatter spricht von „bester WM aller Zeiten“

Die WM 2006 in Deutschland begeistert nicht nur die Fans, auch Fifa-Präsident Joseph Blatter ist voll des Lobes für die Veranstaltung. Im Interview spricht der 70-Jährige allerdings auch über buhende Zuschauer, schlechte Schiedsrichter, das lukrative Geschäft mit den knappen WM-Tickets und seine eigene Schmerzgrenze.
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Handelsblatt: Herr Blatter, warum haben Sie keinen Hubschrauber?

Blatter: Ich brauche keinen. Ein Privatjet bringt mich zu den Stadien. Der ist billiger und komfortabler. Hier kann ich zwischen den Spielen ein Nickerchen machen. Im Gegensatz zu Franz Beckenbauer kann ich mir jedes Spiel bis zum Abpfiff anschauen. Der Franz geht öfter zehn Minuten vor Schluss, damit er es mit dem Hubschrauber zum nächsten Spiel schafft.

Wenn Sie in den Stadien ankommen, fühlen Sie sich dann bei einer Fifa-WM oder bei einer Franz-Beckenbauer-WM?

Die Fifa ist überall präsent. Ohne uns wären die Mannschaften nicht in Deutschland, wir haben die Teilnehmer in 847 Qualifikationsspielen ermittelt. Die WM ist ein Gemeinschaftswerk der Fifa und des deutschen Organisationskomitees. Zugegeben, beim deutschen Volk spielt Beckenbauer die zentrale Rolle.

Wollen Sie Beckenbauer schon ein Zeugnis ausstellen?

Was Deutschland bei dieser WM leistet, ist sensationell. Das betrifft Atmosphäre und Logistik. Teams und Schiedsrichter werden gut betreut, die Stadien funktionieren perfekt. Dies ist die beste Weltmeisterschaft aller Zeiten. Noch nie ist ein Event so emotional und global dargestellt worden. Sportlich bekommen wir höchstes Niveau geboten. Es ging los beim Eröffnungsspiel: drei Tore in 18 Minuten. Das war Auslöser der Euphorie.

Also ist es eine Jürgen-Klinsmann-WM?

Nun, ein Gegentor hat er ja in den 18 Minuten bekommen. Aber die Mannschaft wird getragen von der Begeisterung im Land. Langsam frage ich mich: Wer will diese Deutschen überhaupt aufhalten?

Klinsmann wollte den Deutschen Fußball- Bund auseinander nehmen. Würde der Fifa auch ein wenig frische Luft gut tun?

Die Fifa hat keine Nationalmannschaft. Aber für die Deutschen ist Klinsmanns Projekt lehrreich. Er hat alle zweifelnden Koryphäen im Fußball widerlegt. Heute müssen alle Kritiker sagen: Chapeau, Herr Klinsmann. Ich sage das auch.

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