Interview mit dem OK-Vizepräsident
Niersbach verspricht ein „einmaliges Ereignis”

Einen Tag vor der Auslosung der WM-Gruppen in Leipzig hat Wolfgang Niersbach einen Einblick in die Vorbereitungen der Endrunde im kommenden Jahr gegeben. "Die letzten Meter sind entscheidend", so der OK-Vizepräsident.

Am Freitag findet in Leipzig die Auslosung der WM-Gruppen statt. Warum hat sich das OK trotz mancher Kritik für die sächsische Metropole entschieden, obwohl sie in punkto Infrastruktur anderen deutschen Großstädten hinterherhinkt?

Niersbach: "Wir haben uns trotz mancher strukturellen Mängel bewusst für Leipzig entschieden. Diese Stadt ist das Symbol der Wiedervereinigung, von dort aus ging die friedliche Revolution los. Deshalb ist es uns besonders wichtig, dass unsere Freunde aus aller Welt zur Auslosung in diese Stadt kommen, der wir so viel zu verdanken haben."

Was dürfen wir von der Auslosungszeremonie erwarten?

Niersbach: Es wird eine gigantische Show. Ich habe schon viel erlebt, aber allein die Bühne für den "Final Draw" ist phänomenal. 120 Sattelschlepper waren nötig, um die Bühnenkonstruktion in die Messehalle zu transportieren. Es ist, als hätte man ein komplettes Stadion in der Halle aufgebaut. Ich kann versprechen, dass es ein einmaliges Ereignis wird.

Bis zum WM-Start am 9. Juni vergeht gerade noch ein halbes Jahr. Was ist aus Ihrer Sicht positiv und wo hakt es noch in der Vorbereitung?

Niersbach: Insgesamt läuft es hervorragend. Aber man darf nie vergessen, dass die Organisation mit einem Marathonlauf zu vergleichen ist, der auch erst auf dem letzten Kilometer entschieden wird. Es wäre der größte Fehler, sich nach 41 Kilometern zurückzulehnen, denn auf dem letzten Kilometer müssen noch die entscheidenden Dinge passieren. Es sind aber alle Voraussetzungen geschaffen, über die Ziellinie zu gehen.

Können Sie das bitte konkretisieren?

Niersbach: Nehmen wir den Bereich der Akkreditierung - beim Confed Cup waren insgesamt 18 000 Personen akkreditiert, bei der WM werden es 250 000 sein. Dies muss organisatorisch gemeistert werden, es darf zu keinen langen Wartezeiten kommen. Entscheidend wird aber die Phase zwischen dem Bundesligaschluss am 13. Mai und dem WM-Start sein. Es wird sich in dieser kurzen Zeit so viel in den zwölf WM-Stadien verändern, dass manche ihre eigene Arena nicht wiedererkennen werden. Denn unter anderem werden ein Großteil der Tribünen in Medienplätze verwandelt. Zudem werden in den Arenen insgesamt 30 000 temporäre Telefonanschlüsse verlegt. In den Stadien entstehen Bürolandschaften, Volunteer- und Ticketingcenter. Die entscheidenden Dinge passieren in den letzten vier Wochen. Dazu gehört auch die Dekoration, denn jede WM-Stadt erhält zum Beispiel ein eigenes Farbklima, jedes Stadion ein eigenes Bild.

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