Interview mit Griechenlands Nationaltrainer
Rehhagel resigniert: „Es war nur ein Traum“

„Bei denen ist es egal, wenn Ronaldo ausfällt!“ Griechenlands Trainer Otto Rehhagel beklagt im Interview die personelle Übermacht der brasilianischen Fußballauswahl.

HB LEIPZIG.
War Weltmeister Brasilien eine Nummer zu groß für Europameister Griechenland?
Rehhagel: "Wir haben uns das auch anders vorgestellt. Wir wussten zwar, dass die Brasilianer eindeutig besser sind als wir. Ich hatte aber davon geträumt, dass wir gegen die Brasilianer so spielen können, wie es die Argentinier zuletzt gemacht haben. Es war nur ein Traum."

Woran hat es gelegen?
Rehhagel: "Unsere Leute sind nicht in die Zweikämpfe gekommen, wie ich mir das vorgestellt hatte. Manche Dinge haben mir nicht gefallen. Wenn Du nur halbherzig hingehst, hast Du schon verloren. Man hätte die Geschichte bis zur Halbzeit ohne Gegentor etwas spannender gestalten können. Durch den Doppelschlag war es aber gelaufen."

Gibt es ein Gegenmittel gegen Stürmer wie Adriano oder Robinho?
Rehhagel: "Es gibt immer Gegenmittel. Aber bei einem Stürmer wie Adriano kann man nicht verhindern, dass er einmal aufs Tor schießt. Er hat zwei oder drei Mal geschossen und mit einer unglaublichen Bombe ein Tor erzielt. Natürlich kann man die Brasilianer nicht ausschalten. Es ergeben sich immer bestimmte Gelegenheiten in einem Spiel, in denen man auch einen solchen Gegner schlagen kann. Um den Brasilianern Schwierigkeiten zu machen, muss an dem Tag aber alles stimmen."

In Ihrem Team stimmte wenig. Woran hat das gelegen?
Rehhagel: "Wenn wir alle unsere Leute dabei haben, sind wir eine gute Mannschaft. Wenn aber ein paar ausfallen, wird es problematisch. Bei den Brasilianern ist es ja sogar egal, wenn Ronaldo ausfällt. Ein Spieler wie Herthas Marcelinho ist hier nicht einmal dabei."

Ihr Rechts-Verteidiger Seitaridis musste zur Hälfte verletzt ausscheiden, Dellas ist gar nicht dabei, Kapsis angeschlagen und nun geht es am Sonntag gegen Asienmeister Japan. Wie sehen Sie die Chancen für ihr Team?
Rehhagel: "Wir müssen sehen, dass wir eine Mannschaft hinbekommen, die gegen Japan ein adäquater Gegner sein kann. Die Japaner können 120 Minuten laufen. Ich hatte ja selbst mal einen Spieler mit Okudera. Ich weiß, welche mentalen Stärken die Japaner haben. Die werden uns auch ganz große Schwierigkeiten bereiten."

Japan hat bereits das Ticket zur WM gelöst, Griechenland nicht. Welche Rolle spielt angesichts der noch ausstehenden Qualifikationsspiele überhaupt der Confederations Cup für Sie?
Rehhagel: "Es ist natürlich keine große Meisterschaft, dennoch wollen wir sehen, dass wir unsere Chance nutzen. Wir haben allerdings die wichtigen Spiele in der WM-Qualifikation vor uns gegen Kasachstan, Dänemark und Georgien - das ist unser Thema."

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