Interview mit Jens Lehmann
„Dieses Spiel werde ich mit ins Grab nehmen“

Es war ein schwarzer Tag für Jens Lehmann. Nachdem er in der 18. Minute des Finales in der Champions League vom Platz gestellt wurde, verlor sein Verein Arsenal London die Partie mit 1:2 gegen den FC Barcelona. Wie der Nationaltorwart den Abend erlebte und wie er sich auf die WM auswirken könnte.

Eine Rote Karte nach 18 Minuten im Finale der Champions League, ist das der schlimmste Moment in ihrer Karriere?

„Nein, das ist er nicht. Mein Kreuzbandriss, der Moment damals war sicherlich viel schlimmer.“

Welche Gedanken gingen Ihnen durch den Kopf, als Sie Rot sahen?

„Es ist schwer zu beschreiben, was man dann fühlt, wenn man so ein wichtiges Spiel spielt und sich so viel vorgenommen hat und dann nach nicht mal 20 Minuten runterfliegt.“

Gab es Vorwürfe von Trainer Wenger oder den Teamkollegen?

„Wir haben einen guten Teamgeist hier. In der Halbzeit haben sie gesagt, es war die richtige Entscheidung, weil es kein Tor war, aber im Nachhinein war es die falsche Entscheidung.“

Wo haben Sie dann das Spiel verfolgt?

„Ich bin direkt auf die Tribüne, und dann kamen meine Kinder und dann haben wir gemeinsam das Spiel gesehen. Ich habe mitgefiebert, weil es stand ja 1:0. Wenn es so geblieben wäre, wäre ich sehr froh. Aber jetzt bin ich einfach nur traurig.“

Wie werden Sie mit diesem Nackenschlag umgehen, auch mit Blick auf die WM?

„So wie ich mich kenne, bleibt die Motivation, es im nächsten Jahr besser zu machen. Ich bin niemand, der über alles sofort hinweg geht, wenn ich mich freue, freue ich mich, wenn ich traurig bin, bin ich traurig und das wird ein paar Tage dauern. Ich kann sehr gut verdrängen, aber jedes Spiel, ob gewonnen oder verloren, ist eine Erfahrung. Es bleibt immer etwas hängen, und auch nach diesem Spiel hoffe ich, mich zu verbessern.“

Muss man negative Auswirkungen auf die WM fürchten?

„Es ist ein anderer Wettbewerb und eine neue Herausforderung, es ist gut, dass jetzt diese große Aufgabe ansteht. Aber dieses Spiel hier, werde ich mit ins Grab nehmen.“

Müssen Sie ihre riskante Spielweise, als „Torwart-Libero“ verändern?

„Das kann ich ja gar nicht. Es hat ja bislang auch gut geklappt.“

Wann werden Sie denn zur deutschen Mannschaft stoßen? Geht es jetzt gleich nach Sardinien?

„Nein, ich werde noch zwei drei Tage in London bleiben, mit meiner Frau, und dann werde ich am Sonntag zur Mannschaft nach Genf reisen.“

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