Interview mit Jürgen Klinsmann
„Möchte mir eigentlich kein zeitliches Limit setzen“

In den vergangenen Monaten musste Jürgen Klinsmann Kritik von vielen Seiten einstecken. Doch seine Philosophie scheint bei der deutschen Nationalmannschaft anzukommen. Im Interview spricht er darüber, wie er jeden einzelnen Spieler, aber auch sich selbst besser machen will.

Sie verfolgen Ihre ersten Ideen immer konsequent, trifft das auch auf die Startelf bei der WM zu?

"Wenn wir jetzt die Elf bekannt geben würden, das wäre fatal. Klar, wir haben eine Mannschaft in Kopf, die so ein Idealbild ist. Ein Ballack, Frings und Lehmann stehen. Aber zu viel Sicherheit kann man nicht geben. Deshalb lassen wir uns vieles offen. Wir wollen nicht, dass da irgendwo ein gewisses relaxtes Umfeld entsteht. Es ist wichtig, dass permanent Konkurrenzdenken da ist."

In der Abwehr hat Jens Nowotny die Konkurrenz angeheizt. Warum er?

"Jens spielt eine sehr wichtige Rolle, weil er durch seine Erfahrung viel beeinflussen kann. Er kann auf Spieler einwirken, auch mit dem Ehrgeiz, selbst spielen zu wollen, sich selbst aufdrängen zu wollen. Wir erwarten von ihm, dass er dies in jedem Training zeigt. Das wird er auch tun, weil er so ein Typ ist."

Wie gehen Sie mit der zweiten Reihe um?

"Wir werden jetzt die Gespräche mehr und mehr aufnehmen, um Spielern zu sagen, im Moment bist du auf deiner Position die Nummer 2. Aber es liegt an dir, den Spieler vor dir zu einer Topleistung zu treiben oder vorbeizuziehen. Für uns ist sehr wichtig, dass die Intensität im Training und in den Trainingsspielchen beibehalten wird für sechs, sieben Wochen."

Die Achse Lehmann, Ballack, Frings, Klose steht. Wer kann noch zur Säule werden?

"Christoph Metzelder hat das Potenzial, so ein Keil zu sein. Jens Nowotny kann das aus seiner Erfahrung heraus. Im Mittelfeld Schneider und Frings, die ihren Mann stehen werden. Da sind wir relaxed, wir werden eine starke Achse haben."

Wie ordnen Sie Per Mertesacker ein? Ist er schon reif für den Abwehrchef bei der WM?

"Es ist wahnsinnig viel eingeströmt auf ihn in den letzten zwei Jahren. Da ist auch ein kleines Wellental normal. Wir bewundern an ihm, dass er mit beiden Füßen immer auf den Boden geblieben ist und sehr fokussiert ist auf seine Arbeit. Er ist sehr neugierig, will sich verbessern. Er hinterfragt die Dinge. Er weiß, dass er erst am Anfang einer hoffentlich noch langen Karriere steht. Es macht riesen Spaß, mit so einem Spieler zu arbeiten."

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