Interview mit Jürgen Marbach: Wolfsburg: „Ein Titel muss bald her“

Interview mit Jürgen Marbach
Wolfsburg: „Ein Titel muss bald her“

Jürgen Marbach, Geschäftsführer des VfL Wolfsburg, war Teilhaber der Fluggesellschaft LTU. Beim Bundesligisten möchte er nun neue Impulse setzen. Im Handelsblatt-Interview spricht Marbach über das Phänomen Hoffenheim, das emotionale Fußball-Geschäft und den eigenen Sponsor Volkswagen.

Herr Marbach, Sie kommen aus der Tourismusbranche. Sie waren Teilhaber der Fluggesellschaft LTU. Jetzt sind Sie Geschäftsführer beim VfL Wolfsburg. Wie geht das zusammen?

Sport habe ich schon immer aktiv betrieben und war auch schon ehrenamtlich tätig – als Vize-Aufsichtsratsvorsitzender von Fortuna Düsseldorf zum Beispiel. Aber natürlich gibt es Unterschiede zwischen dem Ehrenamt bei der Fortuna und der Geschäftsführerposition eines Bundesligisten mit internationalen Ambitionen. Hier geht es wie beim Tourismus um viel Geld und Erfolg – da unterscheiden sich die beiden Bereiche nicht.

Von Düsseldorf nach Wolfsburg – sind Sie schon richtig angekommen?

Ja, sehr gut, wobei das in Wolfsburg auch sehr einfach ist. Die Stadt hat 120 000 Einwohner, wenn man dann so eine Position wie ich bekleidet, ist man schnell bekannt. Und die Menschen sind wirklich offenherzig – das entspricht ja eigentlich nicht dem Vorurteil, dass Norddeutsche kühl und abwartend sind, macht das Ankommen aber viel leichter.

Wie kam es zum Wechsel nach Wolfsburg?

Nach dem Verkauf meiner LTU-Anteile, was unseligerweise mit Summe und allem Drum und Dran in der Presse stand, und der Bekanntgabe, dass ich als Geschäftsführer aus der Air-Berlin-Gruppe aussteige, wurden natürlich viele Fragen gestellt. Spielen Sie jetzt nur noch Golf? Was für Pläne haben Sie?

Was haben Sie geantwortet?

Naja, ich verfüge über die materielle Ausstattung, dass ich mir den Luxus erlauben kann, das zu machen, was mir Spaß macht. Also habe ich ein wenig macho-like geantwortet: „Irgendwas mit Autos, mit Sport, vielleicht mit Medien.“ Viel gedacht habe ich mir dabei aber nicht.

Und weiter?

Relativ schnell kam dann vollkommen unerwartet der Anruf eines Headhunters mit der Anfrage, ob ich mir den Job als Geschäftsführer des VfL Wolfsburg gemeinsam mit Felix Magath vorstellen könne.

Reichte Ihre Vorstellungskraft?

Ein Meeting wollte ich auf jeden Fall wahrnehmen. Zwei Mal habe ich mich mit dem VfL-Aufsichtsratsvorsitzenden und Felix Magath getroffen und dann war mir klar, dass mich diese Aufgabe sehr reizt und ich sie annehmen will. Dabei war mir das nachhaltige Denken des VW-Konzerns wichtig. Gleichzeitig wollten die Herren natürlich wissen, wie ernsthaft ich die Sache betreiben will. Als beides geklärt war, haben wir uns sehr schnell geeinigt.

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