Interview mit Klaus Allofs, Manager von Werder Bremen: „Tüfteln bereitet mir Freude“

Interview mit Klaus Allofs, Manager von Werder Bremen
„Tüfteln bereitet mir Freude“

Werder Bremen geht als erster Bayern-Jäger in die Bundesliga-Rückrunde. Eine tragende Säule des anhaltenden Erfolgs ist Manager Klaus Allofs. Im Gespräch mit dem Handelsblatt äußert sich der 51-jährige unter anderem über den sportlichen und wirtschaftlichen Vergleich mit München, die Zukunft von Diego und den Zustand der Bundesliga.

Handelsblatt: Herr Allofs, danke, dass Sie sich Zeit nehmen.

Klaus Allofs: Selbstverständlich.

Der FC Bayern vergibt Sprechzeiten neuerdings restriktiver.

Wir noch nicht.

Könnten Sie es sich denn leisten? Das „ManagerMagazin“ hat das Bayern-Trio Beckenbauer, Hoeneß und Rummenigge unter die zehn einflussreichsten Menschen des deutschen Sports gewählt. Sie liegen auf Position 40.

Ich hätte mich wesentlich besser gefühlt, wenn ich auf Platz 39 gewesen wäre.

Mit einem Umsatz von 105 Millionen Euro ist Werder nicht mal halb so groß wie Bayern.

Finanziell haben wir hier andere Bedingungen. Sportlich aber haben wir es jetzt schon über eine längere Strecke hinbekommen, mit Bayern konkurrenzfähig zu sein.

15 der 18 Bundesliga-Kapitäne tippen auf die Bayern als Meister.

Auch wir haben gute Möglichkeiten. Die wären noch besser, hätte sich Torsten Frings nicht verletzt.

Leon Andreasen und Carlos Alberto sind gegangen. Werders Mittelfeld lichtet sich.

Wir waren gut aufgestellt, deshalb haben wir beide auch abgegeben. Durch die Verletzung von Torsten Frings hat sich eine veränderte Situation ergeben. Vielleicht müssen wir uns noch mal umschauen.

Zum Saisonende verlieren Sie mit Borowski mal wieder einen Spieler an die Bayern. Ergeht es Ihnen, verflucht aus München, wie Sisyphos, der stets bei Null wieder anfangen muss?

Eine Mannschaft ist nie ein festes Gebilde, sie lebt, sie verändert sich. Tim Borowski ist seit seiner Jugend bei Werder Bremen. Da ist ein Wechsel nach so langer Zeit nichts Ungewöhnliches. Kalt lässt mich das trotzdem nicht, denn wir hätten gern mit Tim weitergemacht.

Was ist Ihre Mission?

Nehmen Sie ein Training, in dem der Ball nur mit einem Kontakt gespielt werden darf. Die Kunst ist es, sich genau dieser Regel anzupassen. Und Werders Mission ist es, unter den gegebenen Voraussetzungen erfolgreich zu sein. Das macht Spaß. Es könnten aber auch andere Dinge Spaß machen.

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