Interview mit Oliver Bierhoff
"Meine Zukunft ist unabhängig von der des Trainers"

DFB-Teammanager Oliver Bierhoff hat sich unmittelbar vor dem Auftaktspiel den Fragen des Sport-Informations-Dienstes gestellt. Dabei belehrte Bierhoff diejenigen, die gedacht hatten, der 38-Jährige würde sich in den kommenden Wochen zurücklehnen und die WM genießen, eines Besseren.

"Jürgen Klinsmann verbreitet großen Optimismus. Aus Ihrer Sicht Zweckoptimismus oder Realismus?"

Oliver Bierhoff: "Ich nenne es Positivismus. Wir müssen einfach mit einem festen Glauben ins Turnier gehen und an unsere Stärken glauben."

"Michael Ballack hat leise Zweifel an der Stabilität der Mannschaft geäußert. Sehen Sie die Mannschaft gefestigt genug?"

Bierhoff: "Die Mannschaft ist gut zusammengewachsen. Beim Konföderationen-Cup hat dieser Prozess während des Turniers stattgefunden. Jetzt ist das schon im Vorfeld gelungen. Ich bin sehr zuversichtlich."

"Kann die Mannschaft dem Druck standhalten?"

Bierhoff: "Wir waren in der Vorbereitung in Italien und in der Schweiz. Da lebt man fast in seiner eigenen Welt und nimmt den Druck und die Erwartungshaltung, die von außen an die Mannschaft herangetragen wird, gar nicht so extrem wahr. Um den Druck aber nicht noch größer werden zu lassen, ist es sehr wichtig, dass wir gut in das Turnier starten."

"Befürchten Sie nicht, dass die momentane Begeisterung bei einem Negativerlebnis schnell umschlagen kann?"

Bierhoff: "Nein, das glaube ich nicht. Die Begeisterung wird uns helfen. Die Fans honorieren unser Bemühen, frischen, offensiven Fußball zu zeigen. Alle haben derzeit große Freude und Spaß an ihrer Nationalmannschaft. Ich bin auch sicher, dass das so bleibt."

"Ihre eigentliche Arbeit ist getan. Können Sie das Turnier entsprechend genießen?"

Bierhoff: "Ich werde in den vergangenen Tagen oft gefragt, was ich eigentlich zu tun habe. Es gibt genug zu tun. Wir haben jeden Tag mehrere Meetings in Bezug auf die Organisation. Ich muss den Betreuerstab führen, die Stimmung ausloten. Ich bin von 8.00 Uhr bis Mitternacht im Einsatz. Ich will dabei vor allem den Trainern den Rücken frei halten. Sie sollen sich auf das Wesentliche konzentrieren können."

"Es wird während des Turniers wie immer viele Nörgler geben. Inwieweit stört das?"

Bierhoff: "Ich verlange nicht, dass jeder unsere Meinung teilt. Dafür werden die Leute ja auch bezahlt, dass sie eine andere Meinung haben. Wir sind trotzdem weiter von unserer Arbeit überzeugt und werden uns auf keinen Fall von unserem Weg abbringen lassen. Zweifel von außen werden uns aber immer verfolgen."

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