Interview
Slomka: „Ich war nicht irgendein Kandidat“

Vor der Saison waren zahlreiche Jobs frei, doch es hat für ihn nicht gelangt: Mirko Slomka ist mittlerweile seit 15 Monaten ohne Job. Im Interview spricht der Trainer über die erfolglosen Bewerbungsgespräche mit Power-Point-Präsentationen, ob er sich als Verlierer fühlt, die Option Zweite Liga, sein Leben als TV-Experte und die Erfolgsaussichten für Felix Magath bei seinem Ex-Klub Schalke.
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Frage: Herr Slomka, acht Bundesligisten haben vor Kurzem einen neuen Trainer verpflichtet, Sie waren bei allen im Gespräch. Warum hat es nicht geklappt?

Mirko Slomka: Zunächst muss man unterscheiden: Mit wem verhandelt man wirklich und was wird in den Medien spekuliert. Intensiv verhandelt habe ich nur mit dem VfL Wolfsburg und dem Hamburger SV. In Köln wurde ich auch zu einem Gespräch eingeladen. Ich bin ein relativ junger Trainer, der nicht oft solche Gespräche geführt hat, deswegen hat mich das weitergebracht. Von den Wolfsburger Verantwortlichen wusste ich, dass Armin Veh neben mir ein Kandidat ist. Er hat die Hand an der Schale gehabt und ich nicht. Deswegen hat sich der VfL für ihn entschieden. Wir haben danach telefoniert, und ich habe ihm gratuliert.

Und der HSV?

Dass ich für den HSV nur infrage komme, wenn es mit Bruno Labbadia nicht klappt, war mir auch klar. In Hamburg und Wolfsburg sind die Gespräche immerhin sehr weit gegangen. Von Seiten der Klubführung in Köln habe ich jedoch gespürt, dass nicht das hundertprozentige Vertrauen da ist. Speziell Wolfgang Overath hat sich womöglich einen ehemaligen Spieler als Trainer gewünscht.

Sie sagten, es waren sehr intensive Gespräche. Worum geht es dabei?

An ein bis zwei Tagen haben wir über mehrere Stunden zusammen gesessen, uns über die Vereinsphilosophie sowie die Zusammenstellung der Mannschaft unterhalten und erörtert, welche Ziele der Verein hat. Wir haben die Probleme des abgelaufenen Jahres diskutiert und was man verändern und verbessern könnte.

Sie haben Ihr Konzept mit einer Power-Point-Präsentation vorgeführt?

In Wolfsburg habe ich meine Gesamtkonzeption tatsächlich mit Power-Point vorgestellt. Beim HSV war es ähnlich. Um gut vorbereitet zu sein, habe ich mir Fakten aus der abgelaufenen Saison besorgt. Zum Beispiel habe ich versucht herauszufinden, wie lange die Verträge der einzelnen Spieler laufen.

Die Vereine sind oft bemüht, Vertragsinhalte nicht an die Öffentlichkeit dringen zu lassen. Wie sind Sie an die Daten herangekommen?

Wenn man längere Zeit im Bundesligageschäft tätig ist, weiß man, wie lange der einzelne Spieler unterschrieben hat. Zusätzlich informiere ich mich auf bestimmten Internetseiten über die Vertragslaufzeiten und frage die Vereine, mit welchen Spielern verlängert werden soll und mit wem nicht.

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