Invest in Germany
Glos: WM brachte großen Imagegewinn

Nicht nur der deutsche Fußball, auch die deutsche Wirtschaft geht gestärkt aus der am gestrigen Dienstag zu Ende gegangenen Weltmeisterschaft hervor. Das rundum gelungene Fußballfest bedeutet für die Bundesrepublik vor allem eins: Einen riesigen Imagegewinn.

DÜSSELDORF. "Die Fußballweltmeisterschaft bedeutet einen riesigen Imagegewinn für Deutschland", sagte Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) dem Handelsblatt. Die Bundesregierung will nun durch gezielte Werbekampagnen versuchen, das durch die WM stark verbesserte Image Deutschlands zu nutzen, um beispielsweise bei ausländischen Investoren für den Standort zu werben. Auf Bundesebene werde man durch die Zusammenführung zweier Gesellschaften das Standortmarketing schlagkräftiger aufstellen, kündigte Glos an. "Mit der Kampagne ?Deutschland - Land der Ideen?, die gemeinsam von der Bundesregierung und der deutschen Wirtschaft getragen wird, haben wir im Vorfeld und natürlich besonders während der Weltmeisterschaft schon kräftig Werbung für unser Land gemacht."

Die vier Wochen dauernde Weltmeisterschaft hatte mit der anhaltend positiven Stimmung die Erwartungen im In- und Ausland weit übertroffen. Volkswirte etwa hatten vor und auch während der WM immer wieder darauf hingewiesen, dass mit langfristigen ökonomischen Folgen zwar nicht zu rechnen sei, von einer möglichen Euphorie aber zumindest kleine positive Impulse auf die Wirtschaft ausgehen könnten.

"Auch wenn der ökonomische Nutzen eines solchen Imagegewinns schwer bezifferbar ist, wird die gesamte Wirtschaft langfristig davon profitieren und nicht nur einzelne Bereiche", erwartet Glos. In einigen Sektoren habe es schon jetzt "kräftige Impulse" gegeben - vor allem bei der Tourismuswirtschaft, Transportunternehmen, der Unterhaltungselektronik und Sport- und Fanartikelherstellern. Hinzu kämen zwei Millionen ausländische Gäste, das seien "doppelt so viele wie wir erwartet hatten". Auch im Hinblick auf den Arbeitsmarkt zieht Glos eine positive Bilanz. "Kurzfristig dürften wohl 50 000 befristete Jobs in Tourismus und Gastgewerbe geschaffen worden sein. Hiervon werden wohl ungefähr die Hälfte noch im kommenden Jahr Bestand haben", schätzt Glos. Allerdings seien die Besserungstendenzen, die auf dem Arbeitsmarkt zu beobachten seien, in erster Linie das Resultat eines allgemeinen Aufschwungs, der mittlerweile alle Bereiche der deutschen Wirtschaft erfasst habe.

Die Gefahr, dass große Sportereignisse wie die WM zu sehr kommerzialisiert werden, sieht Glos eher nicht. Im Gegenteil: "In der Kommerzialisierung von Sportereignissen liegt eine große Chance, weil durch das Engagement der privaten Wirtschaft Mittel eingesetzt werden, die der Staat alleine gar nicht aufbringen kann." Der Staat solle vor allem Infrastruktur und Sicherheit bereitstellen. "Die hinter uns liegende WM hat gezeigt, dass diese Arbeitsteilung sehr gut funktioniert hat". Man müsse aber sicherstellen, "dass der Sport bei solchen Großveranstaltungen nicht zur Nebensache wird, sondern immer im Zentrum der Aufmerksamkeit bleibt."

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