Investoren
Araber übernehmen den englischen Fußball

Arabische Milliardäre haben ein neues Hobby: Sie spekulieren mit Fußballklubs. Vergangene Woche kauften Investoren aus Nahost gleich zwei Vereine von der britischen Insel. Doch nicht die Leidenschaft für den Sport treibt die Scheichs an: Sie wittern ein gutes Geschäft.

DUBAI. Scheichs scheinen ganz besonders treue Fußballfans zu sein. Wenn sie Gefallen an einem Verein finden, kaufen sie keine Eintrittskarte für das nächste Spiel, sondern lieber den ganzen Klub. Vor allem der englische Fußball zieht die Investoren aus dem Nahen Osten geradezu magisch an. In der vergangenen Woche übernahmen arabische Milliardäre gleich zwei britische Vereine: den Erstligisten FC Portsmouth und Notts County aus der vierten Liga.

Doch die Einkaufstour der Araber scheint damit noch lange nicht zu Ende zu sein. So soll ein Konsortium aus den Vereinigten Arabischen Emiraten bereits Gespräche mit dem FC Everton führen, heißt es in Finanzkreisen in Dubai. Eigentümer Bill Kenwright versucht zwar, die Sache herunterzuspielen: "Nichts liegt auf dem Tisch, und nichts steht unmittelbar bevor." Doch die Gerüchte halten sich hartnäckig. Auch an den Nobeladressen FC Liverpool, Tottenham Hotspur und Newcastle United seien Geschäftsleute vom Persischen Golf interessiert, heißt es.

Für die Scheichs ist Fußball nicht bloß eine Leidenschaft - sondern in erster Linie ein gutes Geschäft. Die Aussicht auf satte Renditen beflügelt die Phantasie der Anleger aus Nahost. So kletterte der Umsatz der britischen Erstliga-Vereine in der Saison 2007/08 auf 2,2 Mrd. Euro - ein Plus von 26 Prozent. Vor allem die überdurchschnittlich hohen Einnahmen aus dem Verkauf der Fernseh-Übertragungsrechte machen die englischen Vereine interessant. Zwischen 2007 und 2010 kassieren die Klubs knapp zwei Mrd. Euro. Weil die TV-Gelder unter allen 20 Klubs aufgeteilt werden, lohnt sich auch der Einstieg bei kleineren Vereinen.

Die Vorzüge der Premier League locken Investoren aus der ganzen Welt nach England. Sieben der zehn bestplatzierten Erstliga-Teams sind in ausländischer Hand. Deloitte-Unternehmensberater Pete Hackleton geht davon aus, dass noch weitere Investoren aus dem Nahen Osten dazustoßen werden.

Der neueste Zugang in der Riege der ausländischen Klubbesitzer heißt Sulaiman Al Fahim. Er wurde in der vergangenen Woche zum Vorsitzenden des FC Portsmouth ernannt, nachdem er sich den Verein für eine unbekannte Summe unter den Nagel gerissen hatte. Der 32-jährige Milliardär ist Chef der Bau-Entwicklungsgesellschaft Hydra Properties in Dubai.

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