Irres Fußballgeschäft
Müller, Auba, Neymar und der „Brutalo-Kapitalismus“

Auf dem Transfermarkt im Fußball spielen die Reichen Monopoly. Das zeigen irre Wechsel-Gerüchte um Superstar Neymar. Genauso wie die Odyssee von BVB-Stürmer Aubameyang oder der Bayern-Problemfall Müller. Ein Kommentar.
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DüsseldorfNicht die Superstars Messi oder Cristiano Ronaldo, sondern Neymar gilt als der wertvollste Fußballer der Welt. Auf 211 Millionen Euro schätzten die Schweizer Fußballforscher des CIES zuletzt. Der Brasilianer ist damit derzeit der einzige Spieler, der die Schallmauer von 200 Millionen Euro – zumindest theoretisch – durchbricht.

Zwar sind viele Meldungen über Wechsel von Fußballern reines Sensationsgeheische. Zwischen Fakten, Fantasie und Erfindung ist oft nicht sauber zu unterscheiden. Klar jedoch ist, dass sich die Millionenspirale am Transfermarkt für Fußballer immer weiter und immer wilder dreht. Das zeigen zahlreiche Meldungen und Bewertungen im Fußballgeschäft.

Neymar wird so hoch gehandelt, weil er erst 25 Jahre alt ist. Glaubt man Gerüchten, die gerade verbreitet werden, könnte der Stürmer als Erster die 200-Millionen-Marke auch tatsächlich brechen. Denn die Finanziers des Pariser Vereins, die Kataris, sind offenbar bereit, seine Ausstiegsklausel beim FC Barcelona zu zahlen: 222 Millionen Euro. Das Geld dafür hätten die Ölprinzen sicher.

Ob Neymar mit den Parisern allerdings auch bereits einig ist, erscheint weniger sicher. Darauf deutet ein kryptisches Statement für seinen Verein in Barcelona hin: „Ich bin der Stadt und dem Klub sehr verbunden. Ich bin hier sehr glücklich“, erklärte Neymar gegenüber ‚goal.com‘. Was will er? Darüber kann noch gut einen Monat spekuliert werden, weil Spielerwechsel bis Ende August bzw. Anfang September möglich sind.

Hoch gehandelt werden dabei wohl auch in den nächsten Wochen vor allem die Superstars, egal ob sie nun Dele Alli, Harry Kane, Leo Messi, Antoine Griezmann oder Luis Suarez heißen. Alle diese Kicker kommen bei den CIES-Forschern auf einen Marktwert um 150 Millionen Euro. Dass solche Summen zwischen Vereinen fließen war vor einigen Jahren noch undenkbar.

2017 liegt jedoch ein neuer, fantastischer Transferrekord in der Luft. Der Grund: Durch immer lukrativere TV- und Sponsorendeals schwimmen die großen Vereine in England und Spanien, eingeschränkt auch der FC Bayern und Juventus Turin, im Geld. Es macht keinen Sinn, die Millionen zu sparen. Sie müssen in gute Beine fließen, um die Chance auf sportliche Erfolge zu erhöhen.

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