Jahres-Billanz des Fußballtempels
Fluch und Segen der Allianz-Arena

Ein Jahr nach der Eröffnung der Münchner Allianz-Arena ziehen die beiden Profi-Vereine und Organisatoren eine erste Bilanz. Für die Bayern war der neue Fußball-Palast ein Segen, der für zahlreiche Punkte und großes Zuschaueraufkommen sorgte. Der TSV 1860 München dagegen hätte sich des öfteren wohl lieber das alte Grünwalder Stadion als Heimspielstätte gewünscht.

HB MÜNCHEN. Die Bayern genießen den Rausch, die „Löwen“ haben den Kater. Ein Jahr nach der glanzvollen Eröffnung der Münchner Allianz Arena am 30./31. Mai 2005 hat sich der 340 Millionen Euro teure Fußballtempel für den FC Bayern als der erhoffte Volltreffer erwiesen. Stadionpartner TSV 1860 überstand dagegen das Premieren- Jahr der WM-Arena, in der am 9. Juni die Weltmeisterschaft eröffnet wird, nur mit knapper Not. Die „Roten“ feierten Zuschauer-Rekorde und Heimsiege in Serie und konnten ihren Fans am Saisonende die Meisterschale präsentieren. Die „Blauen“ versanken im sportlichen und finanziellen Chaos.

„Für uns ist die Arena Fluch und Segen zugleich“, sagte 1860- Geschäftsführer Stefan Ziffzer. „Ich kann mir kein schöneres Stadion für unsere Heimspiele vorstellen, aber in ihren Grundkosten ist die Arena eben teurer als andere Stadien.“ Seit dem Höhepunkt seiner Finanzkrise im März ist der Zweitligist nur noch Mieter in der Arena und der FC Bayern der alleinige Hausherr. Für elf Millionen Euro übernahm der deutsche Rekordmeister den 50-Prozent-Anteil der „Löwen“ an der Stadion GmbH und rettete den Lokalrivalen damit vor der Insolvenz. Es sei die „Wahl zwischen Pest und Cholera“ gewesen, sagte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

Nur die Rettungsaktion und die Probleme des Partners trüben die Bilanz des Bundesliga-Primus nach 365 Tagen in der neuen Heimat. Manager Uli Hoeneß fühlt sich längst „wie in einem Wohnzimmer“. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte der Münchner waren alle 17 Bundesliga-Heimspiele ausverkauft, zunächst mit 66 000 und nach dem Ausbau in der Rückrunde mit stets 69 000 Fans. 1,6 Millionen Zuschauer sahen die Spiele des FC Bayern inklusive DFB-Pokal und Champions League. „Die Atmosphäre beeindruckt die Gegner“, lobte Trainer Felix Magath. Nur ein Mal, beim 1:2 gegen den Hamburger SV im März, gingen die Münchner daheim als Verlierer vom Rasen.

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